Berlin - Paul Celans "Todesfuge" gehört zu den berühmtesten Werken, die sich mit der Vernichtung der Juden im Zweiten Weltkrieg beschäftigen.

Nicht nur die Passage "der Tod ist ein Meister aus Deutschland" hat sich uns tief ins Gedächtnis eingebrannt. Auschwitz steht für die systematische Ermordung von Millionen Juden unter den Nationalsozialisten.

Vor 70 Jahren, am 27. Januar 1945, wurden die Häftlinge befreit, die in dem deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager im besetzten Polen noch nicht getötet worden waren. Überlebende haben ihre Erinnerungen an Auschwitz immer wieder literarisch verarbeitet - wie der ehemalige polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski in seinem Buch "Mein Auschwitz". Andere Beispiele:

PRIMO LEVI (1919-1987): Die Nationalsozialisten hielten den Italiener monatelang in Auschwitz gefangen. Levi überlebte - und hielt schon kurze Zeit später seine Erinnerungen an die Zeit des Grauens fest. 1947 erschien dieser sachliche Zeugenbericht in Italien, auf Deutsch lautet der Titel "Ist das ein Mensch?". Levi, ein Jude aus Turin, hatte sich im Widerstand engagiert. Im Lager war er für die SS-Männer nur noch eine Nummer: 174517. Der Holocaust-Überlebende nahm sich 1987 in seiner Geburtsstadt das Leben.

WITOLD PILECKI (19011948): Die Ungeheuerlichkeit seines Unterfangens wird gleich im Titel seiner Aufzeichnungen deutlich. "Freiwillig nach Auschwitz" heißt das Buch, das auf Deutsch 2013 veröffentlicht wurde. Der im Widerstand aktive Pole Pilecki ließ sich aus freien Stücken in die Hölle bringen. "Sein Ziel: Informationen über die Vorgänge im Konzentrationslager nach draußen zu schmuggeln und im Lager eine Widerstandsorganisation unter den KZ-Insassen aufzubauen", erläutert der Schweizer Verlag. Er ging nicht nur freiwillig ins Lager, er konnte auch von dort fliehen. Nach dem Krieg sahen die Kommunisten Pilecki als Verräter an - er wurde hingerichtet.

ANITA LASKER-WALLFISCH (geb. 1925): Ihre Erinnerungen an Auschwitz schrieb die gebürtige Breslauerin ursprünglich für ihre Nachkommen auf. "Sie waren ein Versuch zu erklären, warum sie vorher nie mit ihnen über die Ereignisse im Holocaust gesprochen hatte", heißt es bei der Arbeitsstelle Holocaustliteratur in Gießen. Sie wurden als Buch mit dem Titel "Ihr sollt die Wahrheit erben" aber doch einem großen Publikum zur Verfügung gestellt. Im "Mädchenorchester" von Auschwitz spielte die Jüdin Cello - und rettete so sich und ihre Schwester. 1946 ging sie nach London. Dort spielte sie lange im English Chamber Orchestra.

TADEUSZ BOROWSKI (1922-1951): "Bei uns in Auschwitz" heißt ein Band des polnischen Autors, den die Nationalsozialisten als politischen Häftling ins Lager sperrten. In den Geschichten beschreibt Borowski nüchtern und fast ohne Emotionen seine Erlebnisse. Daran entzündete sich auch Kritik. Der Vorwurf wurde laut, er sei ein Zyniker - was andere bestritten. Borowski überlebte das Lager nur um wenige Jahre: 1951 beging er Suizid.