Magdeburg (dpa) l Hohe Schulden und sinkende Einnahmen - angesichts der Ebbe in den Kassen des Landes will Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh verstärkt Töpfe der EU für die Kultur anzapfen. Aus den EU-Strukturfonds könnten in der Förderperiode 2014 bis 2020 voraussichtlich 92 Millionen Euro für den Kulturbereich zur Verfügung gestellt werden.Der Kulturkonvent hatte eine Erhöhung auf 100 Millionen Euro pro Jahr gefordert, sich damit aber nicht durchsetzen können.

Rechne man Zahlungen des Landes wie etwa für das Luther-Reformationsjubiläum zum Kulturetat für dieses Jahr hinzu, komme man bereits heute auf mehr als 116 Millionen Euro für die Kultur, sagte Dorgerloh.

Zudem würden auch andere Ministerien in Kultur investieren: So gebe das Bauministerium Geld für den Denkmalschutz, die Staatskanzlei bezahle die Filmförderung und das Innenministerium finanziere das Polizeiorchester. Sachsen-Anhalt gehöre nach wie vor zu den Bundesländern mit den höchsten Kulturausgaben pro Einwohner. Vergangenes Jahr hatten vor allem Einsparungen bei den Theatern und Orchestern für Kritik gesorgt. Hier stehen jetzt noch rund 30 statt 36 Millionen Euro zur Verfügung. Der Betrag soll aber schrittweise wieder steigen.

Wohin das Geld aus Brüssel genau fließen soll, steht noch nicht fest. "Wir haben Ideen im Kopf", sagte Dorgerloh lediglich. Auch wenn das Geld nicht unmittelbar für Kulturveranstaltungen sondern etwa für die energetische Sanierung von Gebäuden genutzt werde, bleibe unter dem Strich den Kultureinrichtungen mehr Geld für die Projektarbeit. Namentlich nannte Dorgerloh die Welterbestätten wie etwa das Bauhaus oder die Luther-Gedenkstätten.

Bei dem ersten Forum Kultur diskutierten Vertreter der Kultureinrichtungen über das Landeskulturkonzept 2015. Das Dokument stellt Schwerpunkte der Kulturförderung vor, enthält aber keine Finanz-Zusagen.