Berlin (epd). Die Berliner Staatsbibliothek begeht in diesem Jahr ihr 350-jähriges Bestehen. Dazu werde ab Anfang März im Deutschen Historischen Museum in Berlin eine Jubiläumsausstellung zu sehen sein, teilte die Bibliothek mit. Die Einrichtung, die heute zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehört, ist die größte Universalbibliothek Deutschlands mit 10,8 Millionen Bänden. Darüber hinaus hütet sie 1,1 Millionen Karten, Pläne und Globen, rund 67000 Musikautographe sowie zahlreiche andere Archivdokumente wie etwa den Nachlass des Theologen und NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer.

Gegründet wurde die Staatsbibliothek 1661 als Churfürstliche Bibliothek zu Cölln an der Spree, ab 1781 avancierte sie zur Königlichen Bibliothek. Obwohl Privatbibliothek der jeweiligen Herrscher, war sie von Beginn an der Öffentlichkeit zugänglich. Mit Gründung der Berliner Universität 1810 diente sie vor allem der Alma Mater.

Bis 1884 wuchsen die Bestände rasant an, das Haus konnte sich auch international mit Paris oder London messen. 1914 erhielt die Institution einen neobarocken Monumentalbau Unter den Linden, errichtet durch den kaiserlichen Baumeister Eberhard von Ihne. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Bestände der nunmehrigen "Preußischen Staatsbibliothek" in Bergwerke, Klöster oder Schlösser ausgelagert.

Nach Kriegsende kehrte ein Teil der Bücher in das Stammhaus zurück, das sich nun im sowjetischen Sektor der Stadt befand. Die im Westen ausgelagerten Bestände bildeten den Grundstock für die Staatsbibliothek-West, die 1978 in einem Neubau von Hans Scharoun nahe dem Potsdamer Platz eröffnet wurde. Erst seit 1992 sind die Institutionen wieder vereint. Das Stammhaus, in dem 2012 auch ein neuer Lesesaal eröffnet werden soll, dient künftig als historische Forschungsbibliothek, im Haus an der Potsdamer Straße wird der Schwerpunkt auf moderne Literatur liegen.