Mit dem Gala-Programm " Die Oleg-Popov-Jubiläumstour " möchte der " Große Russische Staatscircus " seinem berühmten Clown Oleg Popov für sein Lebenswerk danken. Vom 10. bis zum 13. Februar gastiert der Zirkus auf dem Messeplatz " Kleiner Stadtmarsch " in Magdeburg. Die Zirkusbesucher erwartet eine abwechslungsreiche Show und viele Überraschungen. Der Biber sprach vorab mit dem berühmten Clown.

Biber : Oleg Popov, Sie sind 80 Jahre alt. Da sind andere bereits in Rente, aber Sie stehen noch immer in der Manege. Reift ein guter Clown, ähnlich einem guten Wein, nur langsam ?

Oleg Popov : Es braucht natürlich einige Jahre, bis man als Clown sein " Gesicht " und sein Kostüm gefunden hat. Einen guten Clown erkennt man allein an seinem Schatten. Die Mimik und Gestik reift mit der Zeit. Doch jedes Alter hat seinen besonderen Charme, seine eigene Ausstrahlung, und es gibt viele junge Talente.

Biber : Sie haben mit dem Goldenen Clown von Monte Carlo den Oscar der Clowns verliehen bekommen – was bedeutet Ihnen das ?

Oleg Popov : Der Goldene Clown bedeutet mir sehr viel. Er ist der Lohn für mein Lebenswerk, für die Arbeit in der Manege, die ich so sehr liebe.

Biber : Welches Erlebnis hat Sie in der Manege am stärksten beeindruckt ?

Oleg Popov : Jeden Tag, wenn ich die Manege betrete und die lachenden Gesichter und strahlenden Augen sehe, wenn ich die Rührung des Publikums spüre, das ist – auch nach 60 Jahren in der Manege – jedes Mal wieder ein ganz besonderes Geschenk für mich !

Biber : Viele sahen Oleg Popov zum ersten Mal, als sie noch Kinder waren. Heute kommen sie mit ihren eigenen Kindern in den Zirkus – ist es schwer als " lebende Legende " zu arbeiten ?

Oleg Popov : Nein, überhaupt nicht ! Ich denke nie, eine lebende Legende zu sein. Es ist ein großes Glück, den Menschen Freude schenken zu dürfen. Es gibt einen Spruch beim Zirkus : " Für Erwachsene muss man gut arbeiten, aber für Kinder noch besser. " Kinderaugen sehen alles sehr klar und ehrlich. Es ist wunderbar, dass der Zirkus Großeltern, Eltern, Kindern und Enkelkindern gleichermaßen gefällt.

Biber : Damals befanden wir uns noch im kalten Krieg – dennoch durften Sie als erster Clown der Sowjetunion international auftreten. Fühlten Sie sich ein wenig als Botschafter eines neuen Russlands ?

Oleg Popov : Ich war froh im Westen auftreten zu dürfen, denn ich denke, dass Kulturaustausch ein wichtiger Punkt der Völkerverständigung ist. Gegenseitiges Kennen- und Schätzenlernen kann Kriege verhindern. Deshalb bin ich stolz einen Beitrag zu dieser Verständigung geleistet zu haben.

Biber : Comedy steht an der Spitze des deutschen Unterhaltungsfernsehens, Zirkusaufführungen sieht man kaum noch – ist es schwieriger geworden, zu unterhalten und Menschen zum Lachen zu bringen ?

Oleg Popov : Es gibt überall Auf und Abs. Alles ändert sich. Manchmal kehrt Traditionelles zurück. So ist es auch im Zirkus. Wir bemühen uns, die Menschen zu verzaubern, sie mitzunehmen in eine andere Welt und sie den Alltag für ein paar Stunden vergessen zu lassen. Die Atmosphäre im Zirkus ist einzigartig und berührt alle Sinne. Das kann kein Fernsehapparat der Welt !

VITA

Oleg Konstantinowitsch Popov, 1930 in Moskau geboren, ist ein russischer Clown und Pantomime. Er gilt als meisterhafter Seiltänzer und Jongleur. Er lebt mittlerweile seit 1991 im fränkischen Ort Egloffstein. 1969 wurde ihm der Titel Volkskünstler der UdSSR verliehen.