Burg l Der Kaffee steht dampfend auf dem Tisch, die Nachrichten auf dem Smartphone sind geladen. Es kann losgehen! Die Pause in der Burger Innenstadt bei Heißgetränk und bestem Internet dank des öffentlich zugänglichen WLAN.

Die Idee, die die Freifunker aus Magdeburg um den Alt-Lostauer Michel Vorsprach im vergangenen Herbst nach Burg brachten, ist in der Innenstadt aber nur zum Teil angekommen. In der Tat funktioniert es reibungslos, das haben die Testdurchgänge der Volksstimme bewiesen. Man kann problemlos ein Foto in den sozialen Medien, wie Twitter oder Facebook, hochladen. Auch der Download bereitet keine Probleme. Arbeiten bei einer heißen Tasse Kaffee außerhalb der Bürowände oder die Pause bei der Nachrichtenlektüre auf den Tablet oder Smartphone genießen? All das ist möglich. Auch auf den Zug warten und dabei die neuesten Fotos der Freunde bei Instagram anschauen, was bei aufgebrauchtem Datenvolumen dauert, geht.

Nur der Weg zwischen der Schartauer Straße in Höhe Franzosenstraße bis zum Bahnhof ist digitales Niemandsland, wenn man gern WLAN nutzen möchte. Von der Post an der Kammacher Straße bis zur Franzosenstraße und dann erst wieder ab der alten Poliklinik läuft es reibungslos.

Was dem Freifunk in Burg noch fehlt, sind weitere Zugangspunkte, also Geschäfte oder Privatleute, die ihr Internet zur Verfügung stellen. „Wir versuchen neue Leute zu gewinnen, aber es ist schwer, denn wir brauchen die Menschen vor Ort, die sich engagieren“, appelliert Michel Vorsprach. Der angehende Wirtschaftsingenieur für Verfahrens- und Energietechnik kümmert sich um den Ausbau des öffentlichen Internets in der Region. „Wir helfen bei der Beratung, doch nichts geht ohne die Burger selbst.“ Seitdem es die ersten Router in der Kreisstadt gibt, sei ihm auch keine Zahl von Leuten bekannt, die diesen wieder zurückgegeben haben.

Datenschutz ist dabei kein Problem, denn die Nutzer surfen durch den Router des Freifunknetzes über einen abgesicherten Zugang. Es werden keine persönlichen Daten preisgegeben. Auch kann sich niemand in das private Netzwerk der Beteiligten einklinken. Zudem können die Besitzer des privaten und zur Verfügung gestellten Internetanschlusses nicht zur Rechenschaft gezogen werden, sollte etwas illegal geladen werden. Juristisch haftet Freifunk für das Handeln der Nutzer; sie surfen mit deren Identität.

In Burg ist der Plan, bis zur Landesgartenschau 2018 das Netz so ausgebaut zu haben, dass es flächendeckend öffentlich nutzbares WLAN gibt. Eine große Hürde. Das weiß, auch Michel Vorsprach. Um das Ziel zu erreichen - was, laut der ebenfalls im Boot sitzenden Stadtwerke, auch die Infrastruktur verbessere - hofft Vorsprach auch auf die Unterstützung der Stadtverwaltung. „In Genthin hat man beispielsweise offene Ohren für die Idee. Dort haben wir in der kommenden Woche ein Termin mit dem Bürgermeister“, sagt Michel Vorsprach.

Mehr Informationen gibt es unter https://md.freifunk.net/