Letzlingen (dpa/tw) l Dutzende Gegner der Bundeswehr haben sich am Samstag an Protesten nördlich von Magdeburg beteiligt. Es habe mehrere Mahnwachen rund um das Truppenübungsgelände gegeben, sagte eine Sprecherin der Veranstalter. Während die Organisatoren von zusammen rund 200 Demonstranten sprachen, zählte die Polizei in Magdeburg zunächst nur 30 bis 40 Personen an fünf Orten. An dem einwöchigen Camp beteiligten sich laut Polizei bis zu 85 Menschen. Die Proteste richten sich auch gegen mögliche gemeinsame Übungen von Polizei und Bundeswehr zur Abwehr von Terrorgefahren.

Die Polizei berichtete, eine Versammlung am Samstag mit 15 Teilnehmern sei nicht angemeldet gewesen. Deshalb seien Ordnungswidrigkeits-Verfahren eingeleitet wurden. Während der seit einer Woche laufenden Proteste seien insgesamt auch 16 Verfahren wegen Betretens des militärischen Sicherheitsbereichs eingeleitet worden. In einem Fall habe es eine politisch motivierte Farbschmiererei an einem Hochstand gegeben. In 43 Fällen sei die Identität von Demonstranten festgestellt worden, 12 wurden durchsucht und gegen sieben Platzverweise ausgesprochen.

Die Veranstaltungen am Sonnabend waren als Höhepunkt eines einwöchigen Protestcamps angekündigt worden. In den vergangenen Jahren wurden die Veranstaltungen unter dem Motto "War starts here" (Krieg beginnt hier) wiederholt von Brandanschlägen überschattet. Gleichzeitig sank die Zahl der Teilnehmer.