Genthin l Die großen Pläne für das Genthiner Krankenhaus, an gleicher Stelle ein Gesundheits- und Pflegezentrum zu bauen und dafür den Krankenhaus-Strukturfonds des Landes in Anspruch zu nehmen, haben einen empfindlichen Dämpfer erhalten.

So wurde das Modell, das die Johanniter beim Sozialministerium für die Förderung des Vorhabens eingereicht hatten, durch das Land Sachsen-Anhalt abgelehnt. Es widerspreche in Teilen dem EU-Recht, sei die Begründung gewesen, sagt Franz Caesar, Geschäftsführer der Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal. Auch ein überarbeitetes Modell sei abgeschmettert worden. „Alle finden ein Gesundheits- und Pflegezentrum toll für Genthin, aber wenn es an die Umsetzung geht, reißen alle die Hände hoch und wissen nicht, woher das Geld genommen werden soll“, sagt Caesar spürbar frustriert.

Gesprächstermin im Januar

Ihre letzte Hoffnung setzt die Krankenhausleitung auf einen Gesprächstermin Anfang Januar, bei dem sich alle Entscheidungsträger in Genthin treffen werden, um sich vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten des Krankenhauses zu bilden.

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Zunächst einmal, das machten sowohl Geschäftsführer Franz Caesar, Prof. Ulrich Nellessen als Ärztlicher Direktor als auch Dr. Till Höfs als Chefarzt Innere Medizin im Genthiner Krankenhaus deutlich, bekennen sich die Johanniter für die nächsten beiden Jahre zu dem Standort in Genthin, bis eine Nachfolge installiert sei. Das sei jedoch eine Herausforderung, die für alle nicht einfach sei, gab Dr. Till Höfs zu bedenken. Er wurde noch deutlicher: „Die Patienten müssen zu uns Vertrauen haben. Bisher werden in das Genthiner Krankenhaus, einem Haus der Grundversorgung, etwa 1500 Patienten jährlich eingewiesen.“ Das sei zwar eine gute Zahl - die jedoch dauerhaft ein sechsstelliges Defizit einfahre, machte Geschäftsführer Franz Caesar deutlich. Prof. Ulrich Nellessen erwiderte darauf: „Wir sind keine Hardliner, sonst würden wir den Standort Genthin nicht so lange halten.“

Aber: Wenn es um die Zukunft des Genthiner Krankenhauses gehe, stimmten neben den Johannitern, dem Land, die Krankenkassen und den niedergelassenen Ärzten insbesondere auch die Patienten ab. Eine wohnortnahe Versorgung passe zum Leitbild der Johanniter, aber es müsse sich auch ein Bedarf nachweisen lassen, unterstrich Prof. Nellessen.

Voraussichtlich im Jahr 2019 wird der Krankenhausstandort Genthin mit dem Abschluss des dritten Bauabschnittes in Stendal aus der Akutversorgung ausscheiden. Das sieht der Krankenhausplan des Landes Sachsen-Anhalt vor.