Klietznick l Kurz vor Weihnachten 2006 wurde er eingeweiht und seitdem ehrenamtlich betrieben. Von Anfang an war der kleine Laden auch ein beliebter Treffpunkt fürs Dorf, den hier keiner mehr missen möchte. Ein großes Fest gab es zwar nicht zum Zehnjährigen, aber ein bisschen gefeiert wurde das Jubiläum natürlich schon. Denn es ist heutzutage durchaus etwas Besonderes, dass ein Dorf von gerade mal etwa 150 Einwohnern noch einen Laden hat – wenn auch ehrenamtlich betrieben. Anders wäre es auch nicht mehr möglich, denn dazu reichen die Umsätze dann doch nicht aus.

Ein Grund zum Feiern ist das zehnjährige Bestehen auch deshalb, weil es seinerzeit durchaus Stimmen gegeben hat, die meinten, dass einem solchen Projekt kein langes Leben beschert sein wird. Mehrere engagierte Klietznicker „hinter der Ladentheke“ und die vielen Klietznicker und Gäste, die regelmäßig hierher kommen, sorgten jedoch dafür, dass solche „schwarzen“ Prophezeiungen nicht Realität wurden.

Zu den Öffnungszeiten sieht man hier fast immer eine gesellige Runde sitzen – jetzt in der kalten Jahreszeit drinnen in einer gemütlichen Ecke, und im Sommer draußen an einem Tisch, der eigens dafür aufgestellt wurde. Der tägliche „Klön“ gehört einfach dazu, aber natürlich wird auch eingekauft: Waren des täglichen Bedarfs gibt es hier, was besonders ältere Klietznicker ohne eigenes Auto zu schätzen wissen, aber auch jeder, der beim Großeinkauf im nächsten Supermarkt etwas vergessen hat. Und es gibt Produkte aus der Direktvermarktung wie Eier, Bienenhonig, Obst, Gemüse, Käse und anderes. Der eine oder andere Geschenkartikel ergänzt das Sortiment, und im Sommer ist die Eistruhe besonders beliebt.

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Der Dorfladen ist besonders in der wärmeren Jahreszeit auch immer wieder Anlaufpunkt für Touristen, insbesondere Fahrradtouristen. Sie können hier nicht nur gemütlich rasten, etwas essen und trinken und sich mit Proviant für die Weiterfahrt versorgen, sondern haben hier auch die Möglichkeit, mehr übers Dorf zu erfahren und Kontakt aufzunehmen, um sich die Kirche, das Museum mit alter Landwirtschaftstechnick und Interessantem aus der Hauswirtschaft der Urgroßeltern, das Dorfhaus und auch das benachbarte Backhaus anzuschauen.

Zur Geschichte des Gebäudes, in dem sich heute der Dorfladen befindet, gibt Andreas Dertz, zweiter Vorsitzender des Klietznicker Verschönerungsvereins, einige Erläuterungen:

Das Gebäude wurde 1952 von Karl Übelmeyer aus Jerichow zum Abstellen von Geräten errichtet. Ab 1962 bis 1972 wurde dieser Stall von der LPG Typ 1 als Traktorengarage genutzt. Später ging das Gebäude in die eigene Nutzung der Familie Dikof über. Hier wurde unter anderem das berühmte Klietznicker Herrentagsfahrrad, das „Super 8 Mobil“, gebaut.

2005 stellte Familie Dikof das Gebäude für den Umbau zum Dorfladen zur Verfügung. Am 20. März 2006 begannen die Bauarbeiten zunächst unter der Aufsicht des Verschönerungsvereins Klietznick. Später übernahm der Verein „Dorfladen Klietznick“ die Verantwortung. Zunächst hatte Ilona Fietz die Geschäftsführung, danach Mathias Winkler und jetzt Karl-Heinz Dikof.

Ohne die fleißigen ehrenamtlichen Helfer hinter dem Ladentisch – Kornelia Ketzler, Christa Dertz, Corinna Brix, Ingrid Bothe, Sonja Reinhard und Inge Notheis – wäre die Existenz des Dorfladens unmöglich. Für die Arbeit hinter den Kulissen engagieren sich Jana und Sven Kaminski sowie Karin Dertz.

Die Klietznicker wünschen sich das weitere Bestehen dieses Dorfladens und bedanken sich bei allen, die sich dafür engagieren und damit die Existenz des Dorfladens überhaupt erst möglich machen.