Oschersleben/Vorharz l Mit Spannung haben die Fischer aus Oschersleben und dem Vorharz die Anwesenheit der Experten vom Fachbereich Wasser, Umwelt, Bau und Sicherheit entgegengesehen. „Wir haben uns neue Erkenntnisse für unser großes Vorhaben erhofft, nämlich die Rückkehr des Lachses in die Bode“, sagt der Sprecher der Initiative „Bodelachs“, Marco Grigoleit aus Harsleben. „Unsere Erwartungen wurden sogar noch übertroffen.“

Angler sind optimistisch

Einer der Leiter der Studiengruppe, der Gewässerökologe Professor Volker Lüderitz, bescheinigte dem Fluss im Gespräch mit der Volksstimme „optimale Bedingungen für die Wiederansiedlung des Lachses.“ Diese Worte haben die Fischer mit Genugtuung vernommen, geben sie doch Wasser auf die Mühlen ihres großen Vorhabens. Die Oscherslebener und die Vorharzer Angler aus Wegeleben und Harsleben haben vor kurzem die Initiative „Bodelachs“ aus der Taufe gehoben (Volksstimme berichtete).

Die Möglichkeit, das Unterfangen in die Tat umzusetzen, bestätigt auch der zweite anwesende Experte der Hochschule. Wasserbau-Spezialist Professor Bernd Ettmer sagt: „Laut der EU-Wasserrahmenrichtlinie müssen überflüssige Hemmnisse in den Flüssen beseitigt werden.“ Das sei gesetzlich bindend.

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Lösung für Wehr in Sicht

„Diese fachlichen Einschätzungen stützen unser geplantes Wanderfischprogramm“, befindet der ebenfalls anwesende Eckhard Reinhardt, der Landesgewässerwart des Vereins Deutscher Sportfischer im Landesanglerverband (VDSF/LAV). Auch Heimo Reilein, der Gewässerwart des Angelvereins Oschersleben, Bode und Umgebung, ist über die Einschätzung sehr erfreut. „Ein großes Hemmnis auf dem Weg zum Lachsbesatz stellen im Augenblick noch die Salzeinleitungen des Sodawerks Staßfurt in die Bode dar“, erläutert er. „Dort deutet sich mit einer geplanten Pipeline zur Elbe aber eine Lösung an.“ Zudem stören allgemein alle Querbauwerke in dem Fluss. Für das Oscherslebener Wehr deutet sich eine Lösung an. Laut Burkhard Henning, vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz, soll es aber abgerissen werden. Dem stimmt Bernd Ettmer zu. „Das Wehr erfüllt keine Funktion mehr, es ist in einem maroden Zustand“, sagt er. „Der Abriss und die Wiederherstellung des natürlichen Laufs der Bode sind zu empfehlen.“ Das habe man schon jetzt festgestellt. „Ob es einer Solgleite – der Aufschotterung des Flussbodens – bedarf, muss erst einmal abgewartet werden“, fügt er hinzu. Die Ergebnisse der 15 Masterstudenten stehen erst zum Semesterende fest und werden dann veröffentlicht.

33 Fischarten

„Die Teilnehmer des Projektes müssen künftig in der Lage sein, solche Dinge ganz allein zu entscheiden“, erklärt Volker Lüderitz. „Wir bieten übrigens an der Hochschule europaweit als einzige Lehranstalt den Masterstudiengang Gewässerökologie und Wasserbau an.“ Das fertige Gutachten werde man bei den Behörden einreichen. „Mal werden unsere Empfehlungen umgesetzt und mal nicht“, verrät er. Die Bode präsentiere sich als Gewässer mit 33 Fischarten und zahlreichen wirbellosen Tieren, von denen sich die Fische ernähren. Fischtreppen im weiteren Bodeverlauf hält er zudem für nicht empfehlenswert.