Bischofswald l Wertholz aus den Wäldern des Landes Sachsen-Anhalt kommt am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche unter den Hammer. Zum 26. Mal versteigert das Landeszentrum Wald Hölzer aus Landes-, Privat-, Kommunal- und Kirchenwald.

„Seit drei Jahren sind wir allerdings dazu übergegangen, das Holz über eine schriftliche Angebotsform mit Submission an den Mann zu bringen“, sagt Jörg Borchardt, zuständiger Mitarbeiter des Landeszentrums aus Halberstadt. Das böte den Vorteil, dass sich potenzielle Kunden im Vorfeld weniger absprechen könnten. Selbst Angebote aus Dänemark und Polen lägen zum Meistgebotstermin für Wertholz bereits vor.

Claudia Dalbert, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie, begutachtete am gestrigen Montag vor der offiziellen Angebotseröffnung die angelieferten Stämme auf dem Holzlagerplatz Bischofswald bei Ivenrode, neben Saurasen bei Hettstedt einer von zwei im Land.

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Insbesondere die Eiche, so Jörg Borchardt, sei gefragt wie nie. Mächtige Stämme erstrecken sich über mehrere hundert Meter auf dem Platz. Den Bieter stehen insgesamt rund 2300 Festmeter Wertholz zur Verfügung. Damit liegt das Angebot mit gut 700 Festmeter über der Vorjahresmenge.

Natürlich bestimmt das Angebot die Nachfrage, aber auch umgekehrt. Denn seit fünf Jahren, so der Forstoberrat gehen die Preise für den Holzeinkauf nach oben. Vor allem aus Bayern und Baden-Württemberg sei die Nachfrage traditionell recht groß.

Das Zeitfenster für die Vorbereitung der Holzversteigerung ist recht eng. Im November beginnen die Waldbesitzer mit dem Abtransport ihrer Hölzer. Schwere Transporter fahren dann durch das ganze Land, um die beiden Holzplätze in Bischofswald und Saurasen für das südliche Sachsen-Anhalt zu bestücken. Die Platzwarte regeln die Verteilung der Stämme, damit die Kaufinteressenten Ende Januar die Plätze besuchen und die für sie interessanten Stämme sichten können. Dann halten sie einen Katalog in der Hand, den das Landeszentrum Wald im Vorfeld erarbeitet hat. Darin haben alle Stämme eine Bieternummer erhalten.

Vor allem die Furnierwerker seien es, die gutes Holz zu schätzen wissen, weiß Jörg Borchardt, doch auch alle anderen holzverarbeitenden Gewerke schätzen die Hölzer aus Sachsen-Anhalt.

In diesem Jahr gibt es bei den Angebotshölzern wie Eiche, Esche, Lärche, Ulmen und Hainbuchen ein Novum. Erstmals, so Jörg Borchardt liegt der Anteil der Privat-, Kommunal- und Kirchenwaldbesitzer höher als der des Landesforstes.

Viel zu tun gab es in den zurückliegenden Tagen für die Auszubildenden der Forst aus Klötze und dem Harz. „Die Hölzer müssen zum Besichtigungstermin schneefrei sein“, berichtet der Forstoberrat der Ministerin. „Schneefrei fegen“ heißt das Verfahren, wenn wie in diesem Jahr zu den ausgeschriebenen Besichtigungsverfahren Schnee gefallen ist. Die Fachleute würden nämlich schon an der Rinde die Qualität der Bäume ablesen können. Das ginge aber nicht, wenn Schnee und Eis darüber lägen.

Dietmar Specht, Direktor vom Landeszentrum Wald verweist auf die Bedeutung der Eiche, nicht nur als wertvolles Nutzholz, sondern auch aus Naturschutzgründen. Es werde genau überlegt, welche Bäume gefällt werden und welche stehen bleiben, erläutert er gegenüber Claudia Dalbert. „Wenn ein Familienangehöriger von mir schon am Baum war, bleibt er auf jeden Fall stehen“, sagt er in Anspielung auf seinen Nachnamen. Ein Waldbesitzer könne auch stolz sein, wenn er in seinem Bestand über 100 Jahre alte Bäume hat.

Sorgen, dass gefällte Bäume von den Wertholzplätzen nicht ersteigert werden könnten, machen sich die Forstleute aufgrund ihrer Erfahrungen nicht.