Groß Rodensleben l Zwei große Lagerhallen sind am Donnerstagnachmittag vor den Toren Groß Rodenslebens lichterloh in Flammen aufgegangen. Die Feuerwehr versuchte in der Nacht zu Freitag den Brand unter Kontrolle zu bringen und wird voraussichtlich bis Freitagvormittag mit Löscharbeiten beschäftigt sein. Die Polizei hat vorsorglich die Verbindungsstraße zwischen Groß Rodensleben und Ochtmersleben voll gesperrt.

Zeugen hatten hier gegen 13 Uhr Rauchsäulen  bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Als Besitzer Matthias Kuthe (58) die Hiobsbotschaft erhält, sitzt er gerade bei seiner 84-jährigen Mutti am Mittagstisch. „Befreundete Landwirte haben mich angerufen und gemeint, dass sie auf meinem Gelände Qualm sehen. Daraufhin bin ich sofort losgefahren", berichtet der 58-jährige Groß Rodensleber, dem der Schock deutlich ins Gesicht geschrieben steht. Als er ankommt, kann er gerade noch rechtzeitig seine beiden Pferde aus der vorderen Halle retten. Um keine Zeit zu verlieren durchbricht er mit seinem Teleskopradlader das heruntergelassene Hallentor. Sowohl „Neptun", das Reitpony seiner Enkeltochter, als auch die Zuchtstute „Lacomia" entkommen so glücklicherweise dem Flammentod.

„Gott sei Dank ist niemand verletzt worden", sagt Matthias Kuthe während er nur dabei zusehen kann, wie sein Hab und Gut, sein Lebenswerk,  in Flammen aufgeht. „Was soll ich denn jetzt machen?", fragt er sich immer wieder. „In drei Jahren wollte mein Sohn den Betrieb übernehmen", sagt er, der drei Angestellte hat. An seiner Seite steht seine Frau. Auch sie steht fassungslos vor dem lodernden Flammenmeer.

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60 Einsatzkräfte aus sechs Wehren können hier nichts mehr retten. Der Totalschaden geht nach ersten Schätzungen in die Millionen. In beiden Hallen waren Stroh und Weizen zum Verkauf gelagert. „Insgesamt zirka 2000 Tonnen Stroh", erklärt der Landwirt auf Nachfrage.

Auch teure Landmaschinentechnik, die hier untergestellt war, wird bei dem Brand komplett zerstört. Genauso wie die auf dem Scheunendach montierte Photovoltaikanlage.

Zur Brandursache konnte noch keine Aussage getroffen werden. „Solange wir noch mit den Löscharbeiten beschäftigt sind, können die Brandursachenermittler die Hallen nicht betreten", erklärte Einsatzleiter Burkhard Wegner. Und das kann dauern. Denn die Kameraden hatten  mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen: Nicht nur Sturmböen trieben die Flammen immer wieder an. Gegen 17 Uhr entschied Wegner die 60 Kameraden aus Sicherheitsgründen vom Einsatzort abzuziehen. „Aufgrund der enormen Hitzeentwicklung besteht durch eine hier gelagerte Acetylenflasche Explosionsgefahr. Deshalb gilt nun ein Sicherheitsabstand von 300 Metern, bis wir die Gasflasche heruntergekühlt haben. Das kann bis zu 24 Stunden dauern. Diese Aufgabe übernimmt nun ein Wasserwerfer. Zwei Wehren werden über Nacht in sicherer Entfernung Brandwache halten. Am Morgen werden wir dann entscheiden, wie wir weiter verfahren werden."