Haldensleben l Kunterbunt ging es am Ostermontag auf dem Marktplatz zu. Blaue Ballons mit der weißen Friedenstaube, Regenbogen-Fahnen und viele Transparente mit Forderungen wie „Militär raus – Schnöggersburg gehört uns“ oder „Bundeswehr abschaffen“ oder „Bedingungsloses Grundeinkommen“ prägten das Bild ab Mittag. „Fünf vor zwölf“ wurde der 25. Ostermarsch symbolträchtig offiziell eröffnet. Zuvor hatte der Eineweltchor aus Haldensleben die Haldensleber und vielen Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung musikalisch begrüßt.

Nach einleitenden Worten von Peter Haese von der BI Offene Heide sprach Guido Henke (Linke), Vorsitzender des Haldensleber Stadtrates, zu den Gästen. Es sei ihm eine große Freude, dass Haldensleben Gastgeber ist für die Veranstaltung – die Stadt, die mit ihrer Gemarkung an die Colbitz-Letzlinger Heide angrenze. Henke sprach dabei auch die Übungsstadt „Schnöggersburg“ an, die in der Heide gebaut wird. „Was dort für 100 Millionen Euro plus X, plus X in den Sand gesetzt wird, ist irreal“, sagte Henke. Dass dort „unter Laborbedingungen“ Krieg geübt werde, sei für ihn völlig unverständlich. „Ich wünsche mir, dass ich einmal sagen kann, dass Haldensleben im Norden an eine friedliche Stadt angrenzt – und nicht an einen Kriegsspielplatz“, so Henke.

Das Motto des Ostermarsches nahm Eva Hadem, Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirchen Mitteldeutschlands, auf. „Die Waffen nieder“ stammt von der österreichischen Autorin und Friedensaktivistin Bertha von Suttner und gilt als eines der wichtigsten Werke der Antikriegsliteratur. Über die Gedanken Bertha von Sudners dachte auch Eva Hadem nach und wünschte sich unter anderem, dass es in der Erziehung und Bildung mehr um den Frieden gehe. So gebe es bis heute kein Hauptfach Frieden in der Schule, so die Friedensbeauftragte.

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Ostermarkt mit Live-Musik

Zu weiteren Rednern der Kundgebung am Nachmittag zählten auch Haldenslebens Bürgermeisterin Regina Blenkle (FUWG) sowie Rex Osa vom Verein Flüchtlinge für Flüchtlinge aus Stuttgart und Christoph Marischka von der Informationsstelle Militarisierung Tübingen. Kabarettist Lars Johansen moderierte.

Zum Ostermarsch und Friedensweg gehörte auch der traditionelle Ostermarkt. Initiativen, Organisationen und Unternehmen informierten hier über ihre Arbeit und ihr ziviles Engagement. Mit dabei waren unter anderem Parteien, Gewerkschaften oder auch Vertreter von „War starts here“, die jedes Jahr ein Demo-Camp als Protest gegen die Bundeswehr in der Colbitz-Letzlinger Heide organisieren. Aber auch der Kinderschutzbund Börde und die Jugendfeuerwehr Haldensleben waren beispielsweise vor Ort und boten für Kinder einige Spiele an. Auch regionale Hersteller boten etwa eigenen Honig an oder verkauften ihre „HDL-Limo“. Am Nachmittag sorgte die Martin-Rühman-Band mit einem Openair-Auftritt für die richtige Stimmung unter den Friedensfreunden.