Magdeburg l Sollten am Donnerstag die Stadträte dem Antrag der SPD-Fraktion zustimmen, könnte den Freifunkern der Zutritt zu städtischen Gebäuden erleichtert werden. Die Internetaktivisten, deren Ziel es ist, ein freies und öffentlich zugängliches WLAN-Netz zu schaffen, könnten so auf hohen Gebäuden ihre Richtfunk-Anlagen installieren. „Das würde für uns die Arbeit enorm vereinfachen“, sagt Michel Vorsprach von den Freifunkern. „Die Verwaltung wird beauftragt, die Initiative ‚Freifunk‘ in Magdeburg durch das Bereitstellen von Standorten zu unterstützen“, heißt es in dem Antrag.

Das ist bemerkenswert, weil ähnliche Initiativen und Anträge in der Vergangenheit stets abgeschmettert wurden. Lediglich die Grünen und Teile der Linken unterstützten die Magdeburger Freifunker seit längerer Zeit. „Wir freuen uns und hoffen, dass wir dieses Mal im Stadtrat mehr Glück haben“, sagte Vorsprach.

In Magdeburg gibt es derzeit um die 180 Freifunk-Knoten. Seit vergangenem Freitag ist etwa auch der Moritzhof mit Freifunk ausgestattet. Das funktioniert aber nur, weil Privatmenschen einen Teil ihres Internetzugangs zur Verfügung stellen. Die Technik und die Software kommt von den Freifunkern, die dann per Richtfunk die Verbindung über WLAN-Router verteilen. Auf ähnliche Weise wird etwa auch eine Gartensparte in Salbke mit Internet versorgt.

Der nun eingebrachte Antrag der SPD-Fraktion stützt sich auf ein ähnliches Papier aus dem Landtag von den Fraktionen der CDU und SPD. Dort heißt es: „Die Landesregierung wird gebeten, die rechtlichen und technischen Grundlagen für die Bereitstellung von Standorten für digitales bürgerschaftliches Engagement in öffentlichen Gebäuden zu prüfen“.