Magdeburg l Am Donnerstag wurde die erste Fuhre mit circa 400 Büchern abtransportiert. Dabei handelte es sich laut Stadtarchiv-Mitarbeiterin Konstanze Buchholz um Geburtenbücher von 1874 bis 1893 der meisten der damals existierenden Magdeburger Standesämter. Sie stehen jetzt für circa vier Wochen nicht zur Verfügung. Nach ihrer Rückkehr sind die Geburtenbücher der gleichen Jahrgänge der Standesämter von Olvenstedt, Randau-Pechau-Calenberge und Beyendorf-Sohlen an der Reihe.

In diesem Verfahren werden nach und nach alle historischen Bände des Personenstandsregisters digitalisiert. Dadurch soll der Zugriff für Nutzer und Mitarbeiter des Stadtarchivs erleichtert werden. Über 1,34 Millionen in Magdeburger Standesämtern vorgenommene Einträge zu Geburten, Eheschließungen und Sterbefällen ab 1874 werden am Ende über das Internet zugänglich sein.

Die Digitalisierung wird durch das Unternehmen „Ancestry“ durchgeführt. Das kann reichlich Erfahrung vorweisen, hat es doch bereits Daten aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv, aus dem Bundesarchiv oder dem Stadtarchiv Dresden und dem Landesarchiv Berlin digitalisiert. Die Indexierung der Personennamen und die Speicherung sind für die Stadt kostenlos. Zudem sind alle Einträge auch mit den übrigen dort gespeicherten Datensätzen verknüpft. Deren Zahl übersteigt mittlerweile 15 Milliarden.

Wer dann über das Internet auf den Index und die Daten zugreifen möchte, muss bei Ancestry ein Abo abschließen, das 59 Euro für ein halbes Jahr kostet. Von den Arbeitsplätzen im Stadtarchiv in der Mittagstraße 16 kann auch ohne Abo auf die Datensätze zugegriffen werden. Nur die üblichen Nutzungsgebühren für das Archiv werden fällig. Biografen, Familiengeschichtsforscher und Erbenermittler sind vor allem Nutznießer des Angebots.

Magdeburg wird laut Stadtratsbeschluss zunächst die Geburtsregister von der Gründung der Standesämter in Preußen im Oktober 1874 bis Dezember 1903 mit 665 Bänden, die Sterberegister bis Dezember 1950 mit 1366 Bänden und die Heiratsregister bis Dezember 1923 mit 820 Bänden beisteuern. Später sollen dann neben den Adressbüchern von 1817 bis 1950/51 die Begräbnislisten aus den Jahren 1849 bis 1874, die Bürgerrollen ab dem Jahr 1632 und die Listen der Schutzverwandten erfasst werden.

Nutzer des Stadtarchivs, die auf die Personenstandsbücher zugreifen wollen, sollten sich ab sofort vorab unter Tel. 540 27 27 oder 540 27 21 informieren, ob die benötigten Bände tatsächlich im Haus sind oder gerade digitalisiert werden. Auch bei der Bearbeitung schriftlicher Anfragen kann es zu Verzögerungen kommen.