Magdeburg l Innerhalb von 24 Stunden hat ein zweiter Stadtrat seinen Austritt aus der Fraktion Linke/Gartenpartei erklärt. Nach Marcel Guderjahn (parteilos) hat nun auch Roland Zander (Gartenpartei) die Fraktion der Linken verlassen. Gemeinsam mit Jacqueline Tybora (parteilos) wollen Zander und Guderjahn eine neue Fraktion unter dem Dach der Gartenpartei gründen. Das bestätigten die Stadträte auf Nachfrage. Im Stadtrat würde damit die Anzahl der Fraktionen von vier auf fünf steigen.

„Die Arbeit in der Linksfraktion ist von Monat zu Monat schwieriger geworden“, sagte Zander als Grund für seinen Austritt. Wie schon Guderjahn bemängelte Zander die Endlosdiskussionen in der Fraktion der Linken. „Ich hätte mich lieber öfter mit Sachthemen beschäftigt. Probleme der Kleingärtner wurden gar nicht behandelt“, sagte Zander.

Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Frank Theile, sieht die Austritte gelassen. „Wenn jemand gehen möchte, dann kann er das tun“, sagte er. Die Arbeit mit Zander und der Gartenpartei bezeichnete er als sachlich. Etwas deutlicher wurde Theile zum Austritt Marcel Guderjahns. „Er vergreift sich im Ton, wenn er Teile der Fraktion als linksextrem verunglimpft“, sagte Theile. Guderjahn hatte seinen Austritt unter anderem mit linksextremen Tendenzen in der Fraktion begründet. „Bei uns gibt es Meinungen in allen Farben und Nuancen, aber keinen Extremismus“, kommentierte Theile. Zudem erinnerte Theile daran, dass Guderjahn angehalten werden musste, dass man als Stadtrat auch gewisse Regeln beachten müsse. „Es ist zwar ein Ehrenamt. Aber regelmäßiges Erscheinen zu Fraktionssitzungen setzten wir zum Beispiel voraus“, sagte er.

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Insider vermuten allerdings noch einen anderen Grund für die gegenseitigen Attacken. Denn Guderjahn galt als Verbündeter von Hans-Werner Brüning – bis der im Streit die Linkspartei verließ. Ein Mitglied der Linken sagte der Volksstimme, dass hier noch alte Rechnungen offen seien. „Ich möchte und werde das nicht kommentieren“, sagte Theile auf Nachfrage.