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Landtagsbeschluss Freifunker erhalten Rückendeckung

Die Freifunker in Magdeburg haben kräftig Rückenwind aus der Landespolitik bekommen.

19.10.2015, 01:01

Magdeburg l Der Landtag hat einstimmig einen Antrag von CDU und SPD durchgewunken. Der Antrag sieht unter anderem vor, den Zugang zu öffentlichen Gebäuden zu erleichtern. Ein ähnlicher Antrag der SPD-Fraktion im Magdeburger Stadtrat war in die Ausschüsse verwiesen worden. Zuvor hatte es heftige Kritik vom Magdeburger Netzanbieter MDCC gegeben, der Freifunk als „Einfallstor für Kriminelle“ bezeichnet hatte, weil Haftungsfragen nicht vollends geklärt seien.

„Wir freuen uns, dass die Politik in Sachsen-Anhalt nun den Freifunk entdeckt und entsprechend gewürdigt hat. Durch diesen einstimmigen Beschluss des Landtages werden weitere Gespräche mit Gemeinden und Kommunen bedeutend einfacher“, sagte Michel Vorsprach von den Freifunkern Magdeburg. Mit dem Antrag wird die Landesregierung von Sachsen-Anhalt beauftragt, die rechtlichen und technischen Grundlagen für die Bereitstellung von Standorten für digitales bürgerschaftliches Engagement in öffentlichen Gebäuden zu prüfen. Heißt im Klartext: Den Freifunkern soll der Zugang zu öffentlichen Standorten erleichtert werden, damit sie ihre Technik aufstellen können.

Außerdem soll ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der Medienanstalt Sachsen-Anhalt vorangetrieben werden. Dieses Projekt orientiert sich an einer Kooperation zwischen der Berliner Freifunk-Initiative und der Medienanstalt Berlin-Brandenburg zu freien WLAN-Netzen. Auch beim Netzausbau in öffentlichen Bildungs- und Kultureinrichtungen sollen die Hürden für die ehrenamtliche Arbeit der Freifunker gesenkt werden.

Freifunk funktioniert nur, weil Privatleute einen Teil ihres Internetzugangs zur Verfügung stellen. Dieser Teil wird über Richtfunk und WLAN-Router verteilt. Ziel ist ein flächendeckendes WLAN-Netz im öffentlichen Raum. In Magdeburg gibt es, knapp 200 Freifunk-Knoten. Der Moritzhof und das Café Central werden etwa komplett über Freifunk versorgt.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf der Internetseite von Freifunk.