Magdeburg l Laufen entlang des Flüsschens Schrote im westlichen Stadtfeld ist zwar nicht so weit möglich wie entlang des großen Bruders, der Elbe. Dennoch sollte die Asphaltstrecke, deren längste Rundenvariante vom Europaring zur Hannoverschen Straße und zurück führt und 4,55 Kilometer misst, nicht unterschätzt werden. Der harte Untergrund beansprucht die Muskeln, und Radfahrer sowie Fußgänger, die besonders in den Morgen- sowie Nachmittagsstunden die Wege nördlich und südlich der Schrote nutzen, fordern Aufmerksamkeit. Ausweichmanöver sorgen allerdings auch für Abwechslung während des Laufes, die bei längeren Distanzen und im Falle des Schrotelaufes bei mehreren Runden sicherlich willkommen ist.

Fünf Runden zur Auswahl

Nimmt man den Elbe-Brücken-Lauf, der am 29. Mai die Laufsaison der Stadtrangliste Magdeburg eröffnet, als Vorbild, lässt sich der Name aufgrund der vorhandenen Brücken (bis zur Straße „Am Schroteanger“ und diese eingerechnet sind es vier) eins zu eins auf die Schrote übertragen. Beim Schrote-Brücken-Lauf bietet sich vor allem für Einsteiger die Möglichkeit, die ersten Laufversuche mit kleinen Runden zu unternehmen. Dient die Fußgängerampel am Europaring als Startpunkt, kann der Läufer zwischen Stadtfeld-West und Diesdorf fünf verschiedene Runden zurücklegen.

Neulinge können sich hier über kürzere Distanzen Runde um Runde an längere herantasten. Und: Stellt man einmal fest, dass Kraft und Ausdauer nun doch nicht für die anvisierte längere Runde reicht, kann mittels der Brücken zwischendrin spontan abgekürzt und zum Ausgangspunkt gelaufen werden. Das hat den Vorteil, dass der Lauf nicht abbricht, sondern eine wenn auch kleine Runde komplettiert und die Laufeinheit mit einem Erfolgserlebnis beendet werden kann. Zudem kann sich über die verschiedenen Distanzen der Runden auf spielerische Weise an längere Strecken herangetastet werden. Heute eine kleine und eine mittlere machen vielleicht morgen schon die lange Runde möglich.

Toleranz ist gefragt

Welchen Vorteil der Schrote-Brücken-Lauf vorbei an Kleingartensparten, Wohnhäusern und Kindereinrichtungen noch in sich trägt, ist das Gesehenwerden, was als Motivationsspritze dienen kann. Durch die hohe Frequentierung von Spaziergängern, Eltern mit ihren Kindern, Hundebesitzern mit ihren Tieren und Radlern steht der Läufer quasi unter Beobachtung, wenn man so will. Blicke motivieren und so möchte man natürlich eine gute Figur machen. Zu den Beobachtern zählen übrigens auch Enten, welche die Schrote zu ihrem Revier erklärt haben.

Erfahrenen Läufern, die sich über mittlere und lange Distanzen definieren, dürfte der Schrotelauf lediglich zum Aufwärmen dienen, was an seiner im Vergleich zu anderen Laufgebieten der Stadt kurzen Strecke liegt. Will man hier auf Kilometer kommen, müssen allerhand Runden zurückgelegt werden. Und Rundenlaufen wird von einigen Läufern als monoton empfunden. Und: Wer persönliche Bestzeiten erzielen möchte, stört sich sicherlich an den vielen „Hindernissen“. Fußgänger, Radfahrer und eben auch Hunde (an der Schrote befindet sich eine beliebte Hundewiese) setzen eine gewisse Toleranz voraus, die vielleicht nicht jeder aufbringen kann.

Fazit: Für den Einstieg kann der Schrote-Brücken-Lauf empfohlen werden. Laufen im Grünen ist hier bis in die Abendstunden möglich. Dann kommt das Fehlen einer Wegbeleuchtung zum Tragen. Erfahrene Läufer sind sicherlich woanders anzutreffen. Im Schrotebereich von Stadtfeld-Ost zu laufen empfiehlt sich aufgrund der vier Brückenanlagen und ihrem Fahrzeugverkehr nicht unbedingt.