Magdeburg l Für Bestürzung in Stadtfeld hat der Tod einer Radfahrerin gesorgt, die am Montagabend auf der Großen Diesdorfer Straße von einem Transporter angefahren wurde. Rosen und Chrysanthemen waren an der Stelle des Unfalls abgelegt, mehrere Lichter waren entzündet, und auch eine Fahrradklingel war zur Erinnerung an die 47-jährige Frau abgelegt.

An anderen Stellen wird derweil überlegt, wie mit der Situation weiter umgegangen wird. Seitens des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) war bereits der Gedanke angesprochen worden, hier wie an anderen Stellen der Stadt mit verunglückten Radfahrern ein weiß gestrichenes Fahrrad als Erinnerung aufzustellen.

Seit vielen Jahren Diskussion

Und auch der Verein Bürger für Stadtfeld hat sich zu Wort gemeldet. Vereinsvorsitzender Thomas Opp schreibt: „Die Große Diesdorfer Straße ist ein gefährliches Pflaster für Fahrradfahrer. Das ist nicht erst seit heute bekannt. Seit vielen Jahren wird darüber diskutiert, ob und wie eine der Hauptverkehrsstraßen in Stadtfeld für alle Verkehrsteilnehmer sicherer gemacht werden kann. Ein separater Radweg würde helfen, aber den sucht man im östlichen Teil der Magistrale vergeblich.“ Zwar verweisen Fachleute darauf, dass Radwege nicht automatisch zu weniger Fahrradunfällen führen. Doch auf der Großen Diesdorfer Straße müssen sich zwischen Adelheid- bis Europaring Straßenbahn, der motorisierte Verkehr und Radfahrer einen Straßenraum teilen. Und zwar auf einer Strecke von rund einem Kilometer in einer Weise, an der sich seit Jahrzehnten nichts geändert hat. „Verbesserungen an diesem Zustand werden zu unserem Bedauern immer wieder auf die lange Bank geschoben“, kritisiert Thomas Opp.

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Immer wieder war eine Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer in zentralen Bereichen der Großen Diesdorfer Straße Thema. Thomas Opp: „Leider werden in der Diskussion um Tempo-30-Zonen immer Unfallstatistiken zurate gezogen, um zu zeigen, dass eine Begrenzung nicht zu rechtfertigen ist. Man fragt sich, ob immer erst etwas passieren muss – und in welcher Größenordnung – , damit Tempo 30 in einem Bereich mit viel Radverkehr, vielen Kindern auf dem Weg zur Schule oder zum Spielplatz oder vielen Seniorinnen und Senioren auf dem Weg zum Einkaufen oder zur Arztpraxis angeordnet wird.“

Bereits diskutiert wird die Neugestaltung der Großen Diesdorfer Straße detailliert, seitdem 2012 die Arbeit am Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) begann. „Aber passiert ist leider noch nichts und bis Abschluss der Arbeiten am Citytunnel wird wohl auch nichts passieren“, so der Vorsitzende der Bürger für Stadtfeld.

Hauptstraße im Blick

Klar ist jedenfalls, dass die Stadt eine umfassende Sanierung der Großen Diesdorfer Straße plant. Und dann wird es nicht bei Radfahrstreifen bleiben. U. a. geht es um die Erneuerung der Gleisanlagen, um neue barrierefreie Haltestellen für Bus und Straßenbahn. Im westlichen Bereich der Großen Diesdorfer Straße wurden bereits im Nachbarstadtteil Stadtfeld-West Teile von maroden Fuß- und Radwegen erneuert. An anderen Stellen sind sie in einem katastrophalen Zustand.

Da jedenfalls das Großprojekt Große Diesdorfer Straße von Westen und damit aus Richtung Diesdorf beginnen soll, dürfte eine bauliche Verbesserung der Situation in Stadtfeld-Ost auf sich warten lassen. Und hier kommt der Bürgerverein wieder mit seiner Forderung nach Tempo 30 ins Spiel.