Magdeburg l Bis 31. März muss die Kreuzung Südring/Halberstädter Straße wieder frei sein. Grund: Die Strecke wird als Umleitung bei der Vollsperrung am Tunnel benötigt. Aufgrund mangelhafter Untersuchungen des Baugrunds hinkt die Baustelle am Südring/Halberstädter Straße den ursprünglichen Plänen um Monate hinterher. Fest steht auf jeden Fall, dass für die Tunnelbaustelle das Gleisviereck in den kommenden zweieinhalb Monaten fertig werden muss.

Denn zum Abbruch der nächsten alten Überbauten für die Brücken am Hauptbahnhof wird die Strecke entlang der Baustelle zwischen Brandenburger Straße und Damaschkeplatz wieder voll gesperrt. Das bedeutet, dass die Strecke nicht allein für Autos, sondern dann auch für Fußgänger, Radfahrer und Straßenbahnen in beiden Richtungen dicht ist. Der Termin für die Vollsperrung ist der 1. April, den die Deutsche Bahn in ihre bundesweiten Pläne eingearbeitet hat. Und damit es eine direkte Straßenbahnverbindung aus dem Westen der Landeshauptstadt ins Stadtzentrum geben kann, muss die Strecke über die Halberstädter Straße und Südring spätestens ab diesem Termin nutzbar sein. Die Magdeburger Verkehrsbetriebe hatten bereits angekündigt, dass sie bei der jetzt anstehenden Vollsperrung auf die Baustellenlinie 41 verzichten und stattdessen aus Stadtfeld, Diesdorf und Neu-Olvenstedt direkte Straßenbahnverbindungen in die Innenstadt anbieten möchten. Dafür soll es keinen Baustellenbus geben, wie er aus verschiedenen Bereichen und auch im Stadtrat angeregt worden war.

Für den Abriss der alten und die Montage der neuen Brückenüberbauten wäre ohnehin eine mehrwöchige Vollsperrung notwendig gewesen. Doch da es seit der Notwendigkeit zur Neuplanung einiger noch zu bauender Betonpfähle im vergangenen Jahr einen Verzug im Bauablauf gibt, soll die im kommenden Frühjahr anstehende Vollsperrung bis voraussichtlich Ende 2018 aufrechterhalten bleiben. Ziel ist es, den Fertigstellungstermin für das Gesamtprojekt beizubehalten. Demnach soll der Verkehr Ende 2019 durch das Bauwerk rollen.

Mit der Vollsperrung können die nächsten Bohrpfahlgründungen auf der nördlichen Ernst-Reuter-Allee bereits ab April dieses Jahres erfolgen. Nach dem Setzen der Bohrpfähle kann auch auf der Nordseite der Bau der Tunneldecke fortgesetzt werden. Erst wenn die Tunneldecke komplett fertiggestellt ist, kann mit dem Bodenaushub für den Tunnel begonnen werden.

Bei dem bevorstehenden Brückenabriss und -neubau geht es wie bereits berichtet um die Gleise 6 bis 8, die nach dem Abriss der mehr als 120 Jahre alten Überbauten durch vorgefertigte Spannbetonteile ersetzt werden sollen.

Bahn arbeitet an den Ersatzbahnsteigen

Mit Beginn des neuen Bauabschnitts werden Anfang April auch die neuen DB-Brücken der Gleise 10 bis 13 in Betrieb genommen. Die neuen Brückenfertigteile auf der Seite der Bahnanlagen zum Damaschkeplatz hin sind im vergangenen Sommer aufgelegt worden. Nach Verschalungs- und Bewehrungsarbeiten wurde auf den Brückenüberbauten der Beton gegossen. Anschließend wurden ein Schotterbett angelegt und darauf die Gleise montiert. Mit der Inbetriebnahme ab Anfang April werden die eigentlich für den Güterverkehr reservierten Gleise 10 bis 13 für die kommenden beiden Jahre auch für den Personenverkehr genutzt. Um Gleis 13 erschließen zu können, hat die Deutsche Bahn in den vergangenen Monaten eine Rampe und damit einen Zugang über das Rondell am Konrad-Adenauer-Platz angelegt. Seit Anfang der Woche ist dieses wieder freigegeben, der Taxistand wieder an seinem eigentlichen Standort.

Der Zugang zum Gleis 10 erfolgt über den dann stillgelegten Bahnsteig 8. Ebenfalls wird der Bahnsteig 9, der über den gleichen Aufgang vom Fußgängertunnel durch den Hauptbahnhof zu erreichen ist, wieder in Betrieb genommen.