Magdeburg l Die beiden Beschuldigten (19* und 30 Jahre) seien hinreichend verdächtig, im Oktober 2015 in Magdeburg Frauen überfallen zu haben, um diese sexuell zu missbrauchen. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. In der Anklageschrift werden den beiden Männern in unterschiedlicher Beteiligung folgende vier Taten zur Last gelegt:  

1. In den frühen Morgenstunden am 4. Oktober soll der 30-jährige Angeklagte auf dem Friedhofsgelände an der Lübecker Straße eine Frau überfallen und vergewaltigt haben. Nachdem der 30-Jährige von der Frau abgelassen und diese sich entfernt habe, sei die Frau durch den 19-jährigen Angeschuldigten verfolgt und noch in der Lübecker Straße auf eine Grünfläche gezerrt worden, wo er versuchte habe, diese zu vergewaltigen, was aufgrund der Gegenwehr der Frau jedoch scheiterte.  

2. Am 21. Oktober, in den Abendstunden, soll sich der 30-jährige Beschuldigte in der Insleber Straße einer Frau von hinten genähert, diese festgehalten, sie mit einem Messer bedroht und dieser bedeutet haben, „Sex" von ihr zu wollen. Die Frau habe sich von ihm losreißen und flüchten können.

3. In den frühen Morgenstunden des 25. Oktobers soll der 30-jährige Beschuldigte im Lorenzweg einer Frau aufgelauert und versucht haben, diese in ein Gebüsch zu ziehen. Aufgrund heftiger Gegenwehr habe der Angeschuldigte von der Frau abgelassen. Die Frau konnte fliehen.

4. In den frühen Morgenstunden des 30. Oktober soll der 30-jährige Angeklagte eine junge Frau vom Allee-Center bis zum Opernhaus verfolgt und dort überfallen haben. Er habe diese zu Boden geschlagen und am Boden liegend mit Fußtritten traktiert. Dann habe er der am Boden liegenden Frau zwischen die gespreizten Beine gefasst. Erst als eine zufällig vorbeikommende Zeugin aufmerksam geworden sei, habe er abgelassen und sei geflüchtet.  

Der 30-jährige Angeklagte konnte noch in der Nähe des letzten Tatortes festgenommen werden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Intensive und umfangreiche polizeiliche Ermittlungen führten auch auf die Spur des 19-jährigen Angeschuldigten, der seit dem 18. November in Untersuchungshaft sitzt. Als nach Berichten der Volksstimme und des MDR bekannt geworden war, dass es sich bei den Tatverdächtigen um Asylbewerber handelt, wurden vor allem in den sozialen Netzwerken immer wieder gezielt Gerüchte gestreut - etwa über angebliche Massenvergewaltigungen und sprunghaft gestiegene Zahlen von Sexualdelikten. Laut Kriminalstatistik wurden 2015 im Gebiet der Polizeidirektion Nord Sachsen-Anhalt 603 Sexualdelikte erfasst - 96 weniger als im Jahr zuvor. In 20 Fällen gelten Ausländer als tatverdächtig.

*In einer ersten Mitteilung hieß es, dass der Tatverdächtige 20 Jahre ist. Der Mann ist 19 Jahre alt.