Magdeburg l Das Dickhäuter-Gehege „Africambo II“ nimmt immer weiter Formen an. „Wenn uns das Wetter gnädig ist, hoffen wir, dass wir die Anlage Ende April, Anfang Mai eröffnen können“, sagte am gestrigen Freitag (13. Januar) Zoo-Chef Kai Perret im Volksstimme-Gespräch. Im Großen und Ganzen lägen die Bauarbeiten im Zeitplan, allerdings habe es Verzögerungen bei den Schlosserarbeiten gegeben, da das beauftragte Unternehmen in Zeitverzug geraten sei. Zurzeit werden Bodenaufbauten erledigt, und im Frühjahr sollen Bäume und Büsche gepflanzt und Wege gebaut werden. Auch der Finanzrahmen von 6,2 Millionen Euro wurde eingehalten.

Umzug beginnt im März

Für die beiden Elefantenkühe „Mwana“ und „Birma“ könnte der Umzug in ihr neues Domizil im März beginnen. „Wir werden sie möglichst behutsam umsetzen, denn für die beiden ist das Ganze wie ein Umzug in einen anderen Zoo“, so Kai Perret. So schnell wie möglich soll die Elefantengruppe dann auch erweitert werden. Dafür gibt es bereits zwei Kandidaten: „Bibi“ aus dem Zoo Halle und Elefantenbulle „Tembo“ aus dem Tierpark Berlin. Die drei Zoos arbeiten seit langem zusammen und sind auch über die Elefanten miteinander verbunden. Der Wechsel der Tiere soll im Tauschverfahren stattfinden, so Perret. „Uns gehört die Elefantenkuh ,Puri‘ im Berliner Tierpark. Die Kuh ,Bibi‘, die in Halle steht, gehört dem Berliner Tierpark. Wir würden dem Tierpark ,Puri‘ überschreiben und bekommen dafür ,Bibi‘ und den Bullen ,Tembo‘.“ Allerdings können die Zoos das nicht allein entscheiden. Der sogenannte „Zuchtbuchführer“ für Afrikanische Elefanten müsse dem Wechsel zustimmen. Das Zuchtbuch wird vom Zoo Wuppertal geführt. Perret rechnet mit einer Entscheidung Ende Januar.

"Bibi" macht in Halle Probleme

Im Zoo Halle dürfte die Umsetzung von „Bibi“ für Erleichterung sorgen, da die Kuh dort als „Problemelefant“ gilt. Sie reagiert aggressiv auf Geburten und hat zweimal ihre Neugeborenen so schwer verletzt, dass diese verstorben sind. Möglicherweise waren extreme Geburtsschmerzen Auslöser für Wutausbrüche der Elefantenkuh. Aus Sicherheitsgründen musste sie von ihrer Gruppe, in der Nachwuchs geboren wurde, getrennt werden. Da allein die Freifläche von Africambo II mehr als doppelt so groß ist wie die der Elefantenanlage in Halle und mehr Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere bietet, geht man davon aus, dass eine Integration von „Bibi“ in die Magdeburger Gruppe gelingen werde.

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