Osterburg l Macht Schach Spaß? „Klar“, sagt Valerie und nickt. Das königliche Spiel kommt bei dem Mädchen und ihren Alterskameraden in der ältesten Gruppe der Jenny-Marx-Kindertagesstätte sehr gut an. Auch wenn mit dem Austüfteln von Zugfolgen das strategische Herzstück des Spiels momentan noch nicht wirklich eine Rolle spielt, hat Schach die Kinder in seinen Bann gezogen.

„Ganz besonders gefällt ihnen das Schlagen anderer Figuren“, erzählt Doreen Wolligandt schunzelnd. Mit ihrer Kollegin Patricia Eichholz breitet die Erzieherin täglich ein großers Schachfeld im Gruppenraum aus, um die Kinder dort mit den Figuren sowie den Spielregeln vertraut zu machen. Doreen Wolligandt hat die Idee dazu in einer Weiterbildung des Projekts „Mitteldeutschand spielt Schach“ aufgegriffen, die sie im Vorjahr in Stendal absolvierten. „Die beste Weiterbildung, die ich bislang erleben durfte“, schätzt sie ein.

Dort sei anschaulich vermittelt worden, wie sich die Beschäftigung mit Schach auf die Entwicklung der Kinder auswirken könnte. Von der Verbesserung der Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit über die Förderung des logischen Denkvermögens bis zur Steigerung der Fantasie und Kreativität verknüpften die Veranstalter der Weiterbildung gleich Ansätze für verschiedene Entwicklungsschübe mit dem Spiel.

Nicht zuletzt trage Schach auch zur Stärkung des Sozialverhaltens und des Selbstbewusstseins bei. Um das Spiel auch praktisch in die Kindereinrichtungen zu transportieren, konnten Doreen Wolligandt und Patricia Eichholz auch Übungsmaterial mit in ihre Kita nehmen.

Nach dem Premieren-Einsatz in 2015/16 sind die zum „Rundum-Sorglos“-Paket gehörenden Schachbretter, das große Spielfeld sowie die Figuren und das Übungsmaterial nun seit mehr als einer Woche täglicher Begleiter der ältesten Gruppe. Rund vier Wochen soll das Projekt andauern. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass es Schule macht. Und sogar in das Osterburger Grundschulgebäude einzieht. Denn die Mädchen und Jungen des dort untergebrachte Horts der Jenny-Marx-Kindereinrichtung sollen auch vom königlichen Spiel und seinen Vorzügen profitieren, machte die stellvertretende Kita-Chefin Ute Löschner deutlich.