Wernigerode l Großer Bahnhof mit Hollywoodschauspielern, Musikgrößen und Staatschefs: Mit vielen Eindrücken sind die Wernigeröder Abgesandten von der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises zurückgekehrt. „Es war top“, sagt Linke-Stadträtin Ulla Wittur über die Veranstaltung im Düsseldorfer Maritim-Hotel. Mit von der Partie waren am Freitag neben Ulla Wittur Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos), Büroleiterin Katrin Anders, Stadtratspräsident Uwe-Friedrich Albrecht (CDU) und Stadtrat Tobias Kascha (SPD).

Dabei stand die Reise anfangs unter keinem guten Stern, so Ulla Wittur. Die Wernigeröder verpassten in Hannover ihren Anschlusszug und mussten eineinhalb Stunden warten. Dank des Verhandlungsgeschicks von Tobias Kascha konnte die Gruppe im nächsten Zug in der ersten Klasse Platz nehmen, lobte Ulla Wittur. „Sonst hätten wir stehen müssen, der Zug war voll.“ Eine halbe Stunde vor dem Empfang traf die Gruppe ein, hatte gerade noch Zeit, sich in Festtagsgarderobe zu werfen.

Auf dem roten Teppich gaben die Wernigeröder dann eine gute Figur ab. „Wir wurden fotografiert wie bei der Oscar-Verleihung“, berichtete Uwe-Friedrich Albrecht im Umweltausschuss. Zwar mussten die Harzer dem sächsischen Delitzsch den ersten Preis überlassen, doch unter den Top 3 deutschlandweit zu sein, sei eine tolle Leistung, so Stadtchef Gaffert. „Eine Veranstaltung wie die Verleihung des Nachhaltigkeitspreises zeigt uns, dass Wernigerode auf dem richtigen Weg ist.“ Die Nominierung untermauere die Vorreiterrolle der Stadt und sei Ansporn für mehr Engagement.

Ausflug für Wernigerode ein Gewinn

Das Thema sei mitten in der Gesellschaft angekommen, so Katrin Anders. Besonders beeindruckt hat sie der Auftritt von Lyonchhen Tshering Tobgay, dem Premierminister von Bhutan, der einen Ehrenpreis erhielt. „Als er sprach, war es mucksmäuschenstill.“

Für Wernigerode war der Ausflug ein Gewinn, so Tobias Kascha. „Alleine schon der Imagefilm unserer Stadt vor breitem Publikum und teilweise vor den Eliten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Deutschlands und der Welt ist eine kaum zu bezahlende Werbung für die Stadt.“

Das Interesse der Zaungäste galt jedoch der Prominenz – wie Hollywoodschauspieler Nicholas Cage, Jazz- und Popsänger Jamie Cullum und die Deutschrapper von den Fantastischen Vier. Ihretwegen harrten „kreischende junge Mädchen, die Autogramme erhaschen wollten“, am Eingang aus, so Albrecht. Drinnen ging es Schlag auf Schlag, bis um halb zwölf nachts die Fantastischen Vier mit einem Minikonzert für Stimmung sorgten. „Da löste sich die Sitzordnung auf“, berichtet Katrin Anders.