Magdeburg l Die "Magdeburger gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Magida) demonstrierten am Montag zum zweiten Mal in Magdeburg.

Auch an diesem Abend fanden Demonstration und Gegenprotest wieder räumlich sehr nahe beieinander statt. Allerdings trennte die Polizei beide Seiten mit Sperrgittern. Mit 800 Beamten, darunter Hundertschaften aus Bayern und Sachsen, waren deutlich mehr Kräfte im Einsatz als am vergangenen Montag.

Während der Gegenprotest bereits um 18 Uhr vor dem Rathaus begann, startete die Magida-Demo eine Stunde später an der Hauptwache hinter dem Otto-von-Guericke-Denkmal.

Unter den Rednern des Abends auf der Seite von No-Magida war neben Uni-Rektor Jens Strackeljan und Domprediger Giselher Quast unter anderen auch Kultusminister Stephan Dorgerloh. Er kritisierte die Magida-Teilnehmer: "Die sogenannten Verteidiger des Abendlandes würden durch jede Konfirmandenprüfung fallen." Domprediger Quast sagte: "Wir brauchen Religion, was wir nicht brauchen, ist ein Missbrauch der Religion durch Magida."

Unterdessen erneuerte Oberbürgermeister Lutz Trümper sein Dialogangebot an die Magida-Demonstranten. Bisher seien aber keine Fragen oder Gesprächsangebote im Rathaus eingegangen. "Abendliche Spaziergänge lösen kein Problem", so Trümper. Zudem gebe es in Magdeburg genügend Möglichkeiten der politischen Willensbildung. "Sei es in der Gemeinwesenarbeit, in der Mitarbeit in politischen Gremien wie dem Stadtrat und seinen Ausschüssen, in Einwohnerversammlungen oder in der Bürgersprechstunde des Oberbügermeisters", so Trümper.

Die Magida-Demonstranten waren dieses Mal mit einem Lkw mit Lautsprechern vorgefahren, um diesen als Bühne zu nutzen. Zunächst hielten sie eine Schweigeminute wegen der in Berlin ermordeten schwangeren Maria ab.

Immer wieder gab es danach Rufe "Wir sind das Volk!", die von der Gegenseite mit "Nazis raus!" beantwortet wurden. Zunächst sprach ein AfD-Mitglied und Unternehmer einer Abrissfirma. Er kritisierte die Presse und habe seine Informationen deshalb auch nur aus dem Internet.

Anschließend sprach der selbst ernannte Islamkritiker Zahid Khan. Er schrieb das Buch "Der Islam gehört nicht zu Deutschland". Der Volksstimme sagte er, dass er schon Gastredner bei Pegida-Veranstaltungen in Saarbrücken und Köln war. Nächste Woche wolle er in Berlin auftreten. Ein Großteil der Demonstranten fühle sich von der Politik in Stich gelassen. Rainer Telle, einer der Magida-Teilnehmer, meinte zum Beispiel: "Die Bundesrepublik ist kein Rechtsstaat." An dem System müsse sich etwas ändern. Das sagten mehrere Teilnehmer und beteuerten, dass sie keine Nazis seien. Pascal Begrich vom Verein Miteinander schätzte allerdings ein, dass dieses Mal sogar deutlicher "rechtsaffine" Teilnehmer unter den Demonstranten waren.

Die Polizei bewertete die Proteste als friedlich. Frank Küssner: "Unser Konzept ist dieses Mal aufgegangen."

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