München (dpa) l Wer mehr als acht Stunden täglich sitzt, erhöht das Risiko, krank zu werden. Wichtig ist deshalb, für Ausgleich zu sorgen und nicht zu lange in einer Sitzposition zu verharren, sagt Michael Nasterlack von der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM). Das gelingt mit diesen Tipps:

Arbeitnehmer haben kein Recht auf Sondermöbel

Beim Sitzen ist ebenfalls Bewegung möglich. Wie das geht, erklärt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua). So können Berufstätige hin und wieder mit dem Becken vor- und zurückwippen oder das Gewicht von einer Gesäßhälfte auf die andere verlagern.

Sondermöbel wie ein höhenverstellbarer Schreibtisch oder ein Stehpult sorgen ebenfalls dafür, dass Arbeitnehmer häufiger aufstehen. Die Anschaffung dieser Sondermöbel können sie vom Arbeitgeber in der Regel aber nicht verlangen, erläutert Nasterlack von der DGAUM. Etwas anderes gilt nur, wenn sie eine körperliche Behinderung wie eine eingesteifte Hüfte haben, die solche Sondermöbel erforderlich macht.

Mitarbeiter können allerdings darauf bestehen, dass der Arbeitgeber ergonomisch offensichtlich ungeeignete Möbel abschafft. Das ist etwa der Fall, wenn jemand den ganzen Tag am Computer arbeiten muss und auf einem ungepolsterten Holzstuhl sitzen soll. Nach einem neuen Gesundheitsreport der Deutschen Krankenversicherung (DKV) sitzen die Deutschen häufig zu lange und schaden dadurch ihrem Rücken. Mitarbeiter sollten prüfen, ob sie den Drucker so im Büro aufstellen können, dass sie aufstehen müssen, um ausgedruckte Blätter abzuholen. So kommen sie schnell zu mehr Bewegung. Gut für den Rücken und leicht umzusetzen ist es außerdem, sich zum Telefonieren zu erheben.

Meetings lieber im Stehen halten

Meetings können Mitarbeiter statt am Konferenztisch auch in einer Stehrunde machen.Darüber hinaus ist es wichtig, dass Berufstätige sich regelmäßig dehnen. Eine Möglichkeit ist, die Wirbelsäule lang zu machen und den Nacken zu strecken. Das teilt der TÜV Rheinland mit. Wie soll das denn aussehen? Wer damit Schwierigkeiten hat, kann sich vorstellen, er balanciere eine Krone oder ein Buch auf dem Kopf.