Königstein (dpa) l Kaum ist man aus dem Urlaub zurück, ist auch der Alltagsstress wieder da. Das Gefühl der Erholung nach einer Reise hält meist nicht lange an. Es kann helfen, wenige Minuten am Tag abzuschalten, um den Urlaub in den Alltag zu integrieren, erklärt Verhaltensforscher Martin Christian Morgenstern in der Zeitschrift "Naturarzt" (Ausgabe 5/2015).

Ein guter Zeitpunkt dafür ist, wenn man müde ist - das ist ungefähr alle vier Stunden der Fall. Auch die Zeit nach dem Mittagessen, wenn der Körper die Energie in die Verdauung steckt, eignet sich gut für eine Auszeit.

Zum Beispiel in Form einer einfachen Atempause: Dafür braucht man fünf Minuten Zeit, einen Wecker, ein gemütliches Plätzchen, und wer mag, schaltet Musik an. Dann konzentriert man sich auf das Einatmen durch die Nase - etwa vier bis fünf Sekunden lang - und anschließend auf das Ausatmen durch den Mund. Die Gedanken sollten dabei nicht zum Alltagstrubel abschweifen, sondern ganz auf die Atmung konzentriert bleiben. Wer mag, kann seine Fantasie einbeziehen und gedanklich einen Baum pflanzen, empfiehlt Morgenstern. Dafür braucht man etwa fünf bis zehn Minuten Zeit.

Man schließt die Augen und drückt in Gedanken ein Samenkorn in den Boden. Nun beginnt der Fantasie-Baum dicker und größer zu werden. Schließlich kommt in Gedanken eine Umgebung mit Geräuschen oder Gerüchen dazu. Aus einer solchen Vorstellung lässt sich Kraft und Erholung ziehen. Ebenso wichtig ist es, nach der Arbeit abzuschalten.

Dabei kann ein Ritual helfen, empfiehlt Morgenstern. Wenn man den Schlüssel ins Türschloss steckt, so langsam wie möglich durch die Nase atmen. Danach so langsam wie möglich ausatmen. Im Anschluss die Wohnung mit einem Lächeln betreten. Beim Reingehen stellt man sich vor, eine Linie zu überqueren. Dann wünscht man sich eine erholsame und schöne freie Zeit. Wichtig ist, dass man anschließend Zeit für sich einplant.