@070_Info_Text_kein_Einzug:In Russlands Teilrepubliken im Nordkaukasus gleicht die Lage einem Pulverfass. Seit Ende der Sowjetunion 1991 war die Region Schauplatz von Unabhängigkeitsbestrebungen, Kriegen und Terroranschlägen.

Tschetschenien: Moskau verhinderte die Abspaltung des 15 600 Quadratkilometer großen Gebietes ab 1994 in zwei Kriegen. Terroristen trugen den Kampf immer wieder nach außen, so bei den Geiselnahmen in einem Moskauer Theater 2002 und in einer Schule in Beslan 2004 mit Hunderten Toten.

Inguschetien: 1992 wurde der 3600 Quadratkilometer kleine Landstreifen Inguschetien zur eigenen Teilrepublik. Inguschen und Nordosseten lieferten sich danach Kämpfe um umstrittene Siedlungsgebiete mit 700 Todesopfern.

Dagestan: Die 50 000 Quadratkilometer große Republik mit etwa 1,8 Millionen Einwohnern gilt weltweit als die Region mit der größten ethnischen Vielfalt. Dort leben etwa 40 verschiedene Völker. Die Teilrepublik gilt derzeit als größter Unruheherd. Im März 2010 sprengten sich zwei Selbstmordattentäterinnen aus Dagestan in Moskauer U-Bahnzügen in die Luft und rissen 40 Menschen mit in den Tod.

Nordossetien: 700 000 Menschen leben in der 8000 Quadratkilometer großen Teilrepublik. 50 Menschen starben 2003, als ein Attentäter einen Lastwagen mit Sprengstoff in ein Militärhospital der Stadt Mosdok steuerte.

Kabardino-Balkarien: In der armen Republik bilden Arbeitslosigkeit und religiöser Fanatismus ein explosives Gemisch. Die Lage in der 12 000 Quadratkilometer großen Region gilt als relativ stabil.(dpa)