Den Magdeburgern gebührt nach diesem Demonstrations-Wochenende doppelter Respekt. Zum einen, weil sie gemeinsam mit anderen Menschen aus der Region auf der Meile der Demokratie deutlich gegen Fremdenhass und Geschichtsverfälschung ein Zeichen gesetzt haben. 12000 Menschen zeigten friedlich und bunt, was sie von solchen Neonaziaufmärschen halten. Die aus ganz Deutschland zusammengekarrten 700 Rechten mussten auch Proteste wie friedliche Sitzblockaden auf ihrer Strecke hinnehmen.

Zum anderen hatten die Magdeburger auch eine Stadt im Ausnahmezustand zu ertragen. Alle drei Brücken gleichzeitig für den Verkehr zu schließen, gleicht einem Infarkt. Nicht zu vergessen das Polizeiaufgebot, das auch Pyrotechnik werfende schwarz gekleidete Gruppen durch die Stadt begleiten musste. Diese Bilder sorgen eher für Furcht als für Demokratieverständnis. Dass die Bewohner der Stadt von diesem alljährlichen Spuk die Nase gestrichen voll haben, ist mehr als verständlich.