Ist es verwerflich, wenn Eltern dem Schulerfolg ihres Kindes durch Einsatz von Geld auf die Sprünge helfen? Die Antwort fällt unterschiedlich aus, je nachdem, welchen Ausschnitt man wählt. Für einen Schüler, der ein verhasstes Mathe-Problem endlich versteht, ist der Nachhilfe-Lehrer großartig. Und eine gute Bildung ist das Beste, was Eltern ihren Kindern mitgeben können. Blickt man auf die Schulklasse, wird es schon problematischer. Der eine Schüler schafft dank wohlhabender Eltern die bessere Note - da stellt sich die Frage der Gerechtigkeit.

Fasst man nun das ganze Schulsystem ins Auge, muss man sich Sorgen machen. Die Zahlen belegen: Ein erheblicher Anteil der Eltern traut den vom Staat bezahlten Lehrern nicht zu, den Schulstoff verständlich und zugleich interessant aufzubereiten. Die Schulen müssen sich fragen, woran das liegt. Vereinzelt gibt es Projekte, bei denen Schüler anderen Schülern Nachhilfe geben - eine gute Idee, von der beide profitieren.