Fast hätte die neue EU-Richtlinie zum "Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung" (ESVG) unsere Schuldenquote ab September 2014 nach oben getrieben. Die Richtlinie soll dafür sorgen, dass Schulden von Staat, Ländern und Kommunen, die in GmbHs oder Fonds ausgelagert sind, zum großen Berg der Staatsschulden dazugezählt werden. Also die Verschleierung von Schulden verhindern. Aber wo Gefahr ist für die Schuldenmacher in der EU, wächst das Rettende auch.

Denn gleichzeitig wird die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) reformiert. Und zwar so, dass Dinge, die vorher keinen Wert hatten, jetzt zum Inlandsprodukt dazugerechnet werden. Nicht nur der verkaufte BMW zählt, sondern auch Forschungsleistungen, die ihm vorangehen. Auch die Boden-Luft-Rakete ist plötzlich eine Investition geworden. So steigen die Schulden, aber auch das BIP. Und die Quote aus beiden Kennzahlen, die in Euroland über Gut und Böse entscheidet, verändert sich kaum. Schön gerechnet.