Viktor Orbans Konzept ist so simpel wie erfolgreich: Ungarn gegen Banken, Multis und Bürokraten verteidigen. Damit hat er es geschafft, der Fidesz-Partei fast die Hälfte der Stimmen bei der Parlamentswahl zu sichern. Sein Populismus kommt bei breiten Kreisen der Ungarn an. Dass Orban dafür in den vergangenen vier Jahren Justiz und Medien an die Kandare genommen hat, stört seine Wählerschaft offensichtlich nicht. Im Gegenteil: Wenn der Regierungschef wegen seiner Eingriffe in Verfassungsrechte mit der EU im Clinch liegt, verschafft ihm das bei vielen Durchschnitts-Ungarn noch Pluspunkte. Von der Beschwörung nationaler Größe bis zu Nationalismus und Rassismus ist es nicht weit: Ein Fünftel der Wähler hat die rechtsex-tremistische Jobbik-Partei gewählt.

Ob Orban freilich durchregieren kann, wird vor allem an der wirtschaftlichen Lage liegen. Die ist längst nicht so toll, wie es die Regierung den Ungarn weismachen will.