Willy Brandt war ein DDR-Politiker. Im Sozialismus konnte man frei wählen. Die Mauer haben die Amerikaner gebaut. Wahnsinn? Ja, aber mit Methode. Nur zum Teil ist es aus der Familie übernommene DDR-Verklärung, die das Bild vieler Jugendlicher prägt. Mehr noch ist es pures Unwissen. Daran haben auch Kultusminister ihren Anteil, die sich schon in den 90er Jahren über die Bewertung der DDR nicht einigen konnten.

Kein Wunder, dass mancher Lehrer das Thema mit Vorsicht anfasst. Das Ergebnis ist fatal. Denn mit dem Wissen schwindet das Verständnis für die Leistung jener, die 1989 die erste friedliche Revolution in Deutschland vollendeten. So darf es nicht weitergehen: Der Unterschied zwischen Freiheit und den Diktaturen des letzten Jahrhunderts muss glasklar sein. Danach beginnt die zulässige Debatte über persönliches Erleben. Jeder Beteiligte erinnert sich etwas anders, Geschichte ist eine Baustelle: Wenn Schüler das erfahren, haben sie viel gelernt.