Papst Franziskus hat Italiens Mafia den Fehdehandschuh hingeworfen. Ausgerechnet in Kalabrien, einer Hochburg der organisierten Kriminalität, verurteilt der Pontifex das Handeln der Mafia auf das Schärfste ("Anhänger des Bösen") und verhängt über ihre Mitglieder die schwerste Kirchenstrafe - die Exkommunikation. Das ist die starke und deutliche Botschaft eines mutigen und kompromisslosen Mannes.

Die Kampfansage von Papst Franziskus wird das organisierte Verbrechen nicht ganz unbeeindruckt lassen. Religion spielt im Leben der Mafiosi eine wichtige Rolle. Viele Bosse einer angeblich "ehrenwerten Gesellschaft" empfinden sich als tief religiös. Sie sind jetzt geächtet. Die klaren Worte von Franziskus entlarven die Lüge einer gewalttätigen Organisation, die sich (welch ein Zynismus!) als Schützer der Armen und Schwachen zu zelebrieren versucht.

Der Pontifex hat mit diesem Auftritt in der Höhle des Löwen erneut bewiesen, was er ist: ein furchtloser Mahner, der Verachtenswertes ächtet und Schützenswertes schützt.