Seit Jahren versucht die IG Metall bei der schnell gewachsenen Windkraftbranche einen Fuß in die Tür zu bekommen. Die Branche ist dezentral organisiert und muss sich wegen wechselnder politischer Rahmenbedingungen flexibel aufstellen. Bei Enercon kommt hinzu, dass die Angst vor Fremdsteuerung durch eine Gewerkschaft besonders ausgeprägt ist. Es müsste einem so großen Unternehmen aber klar sein, dass es nicht auf Dauer die Kultur eines kleinen Familienunternehmens bewahren kann. Mitbestimmung und Duldung konstruktiver Gewerkschaftsarbeit gehören sich für ein Unternehmen von dieser Bedeutung. Insbesondere weil es in besonderer Weise über Subventionen von der Gesellschaft profitiert hat.

Andere Große in der Branche haben das bereits erkannt. Enercon hat sich mit juristischen Grabenkämpfen gegen IG-Metaller ein Eigentor geschossen. Der politische Druck nimmt zu. Es wäre besser, den mit der Wahl von Betriebsräten begonnenen Kulturwandel geräuschlos zu vollziehen.