Sachsen-Anhalt steuert wieder um. Kleine Grundschulen mit nur 60 Schülern sollen nun doch dauerhaft möglich sein. Bislang hielt Kultusminister Dorgerloh 80 Kinder für ein Minimum. Dafür hatte er stets eine doppelte Begründung: Große Schulen seien nicht nur kostengünstiger, sondern auch pädagogisch besser. Diesen Glaubenssatz stellt die SPD nun nach hinten. Sie hat schmerzhaft lernen müssen, dass ein kurzer Schulweg den meisten Eltern deutlich wichtiger ist als ein vielseitiges Schulangebot. "Klein, aber mein" ist das neue Motto.

Das Kostenargument gilt freilich weiterhin. Es gilt zum einen für das Land, das viele kleine Einheiten mit Lehrern und einem Schulleiter versorgen muss. Vor allem aber gilt es für die Kommunen, die für die Schulgebäude verantwortlich sind. Viele Schulhäuser und Turnhallen sind heruntergekommen, sie verschleudern Energie durch dünne Wände und zugige Fenster. Überschuldete Kommunen sind da hilflos - sie werden schon bald mehr Geld einfordern.