Schnabelkürzungen gehören zügig verboten und abgeschafft. Das sollte langsam auch die schwarz-rote Regierungskoalition in Sachsen-Anhalt einsehen. Es mag ja sein, dass manche Forderungen von Tierschützern nicht umsetzbar sind, weil die landwirtschaftlichen Betriebe sonst pleitegehen würden oder sich Verbraucher keine tierischen Erzeugnisse mehr leisten könnten.

Beides spielt beim Verbot der Schnabelkürzungen jedoch kaum eine Rolle. Vier Cent pro Ei mehr wegen artgerechterer Haltungsbedingungen machen den Verbraucher nicht arm. Und die Modellbetriebe in Niedersachsen zeigen, dass sie auch mit Hennen wirtschaften können, denen die Schnäbel nicht gekappt wurden.

Da selbst der Handel ab 2017 keine Eier von verstümmelten Legehennen mehr verkaufen will, wäre die Landesregierung gut beraten, jene Betriebe zu unterstützen, die ihre Haltungsbedingungen noch umstellen müssen. Denn Landwirte, die das verschlafen, könnten in den kommenden Jahren arge Schwierigkeiten bekommen, wenn kein Supermarkt im Land mehr ihre Eier haben will.