Jetzt auch noch das: Die Manipulation bei Briefwahlvollmachten in Stendal war bereits am Wahltag und nicht erst Wochen später offensichtlich. Nur nachgegangen ist dem in der Verwaltung niemand. Noch schlimmer: Offenbar gibt es ein "U-Boot" im Rathaus der Rolandstadt. Jedenfalls sind sensible Informationen auf bislang ungeklärten Wegen an die vermutlichen Fälscher gelangt. Wie sonst konnten deren Mittelsfrauen gezielt einen Hausbesuch absolvieren?

Das kann nicht ohne Konsequenzen bleiben. Doch Oberbürgermeister Klaus Schmotz scheut hier klare Schritte. Vielmehr versuchte er erst jüngst, die gravierenden Fehler seiner Verwaltung noch als "Unachtsamkeiten" zu verharmlosen. Dabei ist längst offensichtlich: Hier gab es für die kriminellen Energien Einzelner einen fruchtbaren Nährboden.

Je intensiver der Blick, desto tiefer offenbaren sich Abgründe. Aus der Kette an Pannen und Peinlichkeiten ist der Stoff für einen Krimi geworden: "Tatort" Rathaus.