Die Universität Halle-Wittenberg ist ein Juwel. Sie blickt auf mehr als 500 Jahre Geschichte zurück, hat Nobelpreisträger hervorgebracht und pflegt hochspezialisierte kleine Fächer. Vor der alljährlichen Disputation zieht die Führungsriege der Uni im Talar durch Wittenberg. Für ein Land mit wenig Traditionen wie Sachsen-Anhalt ist diese Verbindung von Vergangenheit und Zukunft unbezahlbar.

Magdeburg, dessen Uni erst 1993 aus drei Vorgängereinrichtungen zusammengefasst wurde, kann das nicht bieten. Dennoch entscheiden sich Jahr für Jahr mehr als 2000 Anfänger für ein Studium dort. Das Problem: Egal, wie viele Studenten Magdeburg und Halle anlocken können - auf das Budget hat das keinen Einfluss. Das Land zahlt nach einem vor mehr als zehn Jahren entwickelten Schlüssel. Damit zementiert es den Status quo von einst. Nötig ist jedoch ein faires System, das auf Kennzahlen beruht und Veränderungen Rechnung trägt. Nötig ist ein Wechsel.