Magdeburg Nach dem Landesverband des Wirtschaftsrates der CDU ist jetzt mit Blick auf die Landtagswahl im März 2011 der Managerkreis Ost der Friedrich-Ebert-Stiftung mit konkreten Erwartungen an die künftige Wirtschaftspolitik in Sachsen-Anhalt an die Öffentlichkeit getreten.

Unter der Überschrift "Neue wirtschaftliche Dynamik in Sachsen-Anhalt" haben die Autoren des Papiers, der Sprecher der Geschäftsführung der Städtischen Werke Magdeburg (SWM), Helmut Herdt, und der Neugatterslebener Unternehmer und ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Klaas Hübner Handlungsempfehlungen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Bundeslandes erarbeitet.

Nach Ansicht der Autoren ist es zunächst unabdingbar, die Konsolidierung des Landeshaushaltes "konsequent fortzusetzen". So könne "neue Handlungsfähigkeit gewonnen werden, die gezielt für den weiteren wirtschaftlichen Ausbau eingesetzt werden muss".

Angesichts rückläufiger Fördermittel seitens der EU und des Bundes setzen sich die Manager dafür ein, die verbleibenden Gelder "so effizient wie möglich für eine wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik und für neue Wachstumsimpulse einzusetzten". Konkret fordern sie unter anderem, die bestehenden Förderprogramme einer Effizienzprüfung zu unterziehen, deren Zahl zu straffen, eine zentrale Anlaufstelle für Investoren ("one-stop-shop oder one-stop-agency") zu schaffen, die Förderung von Rationalisierungsinvestitionen zeitlich zu befristen und die regionalwirtschaftlichen Zentren in Sachsen-Anhalt "zu tatsächlichen Wachstumspolen im internationalen Vergleich" weiterzuentwickeln.

"Um Sachsen-Anhalt weiter nach vorne zu bringen, müssen wir die Bildung, die Hochschulen und die Forschung in unserem Land stärken", schreiben Herdt und Hübner vor dem Hintergrund der ungünstigen demografischen Entwicklung weiter. Diese Aufgabe sei "die Grundvoraussetzung dafür, dass Unternehmen ihren Fachkräftebedarf auf allen Ebenen auch in Zukunft decken können und weiter wachsen".

Ein klares Bekenntnis legen Herdt und Hübner zu den großen Verkehrsinfrastrukturprojekten wie der Nordverlängerung der Autobahn A 14 über Magdeburg hinaus und die Fertigstellung der A 71 von der A 38 (Südharz) bis nach Erfurt ab. Zudem sei es nötig, für die Ansiedlung neuer Unternehmen von großer Bedeutung entsprechende Gewerbe- und Industrieflächen zu entwickeln.

Eindringlich plädieren die Unternehmer dafür, die Kapitalversorgung des Mittelstandes zu verbessern und den Zugang zu frischem Kapital zu ermöglichen. Dazu schlagen sie die Einrichtung eines "Mittelstandsfonds" vor. Dabei gehe es um Nachrangdarlehen bis zu einer Höhe von 500 000 Euro für wirtschaftlich solide Firmen, um deren laufenden Betrieb abzusichern und Aufträge vorzufinanzieren. Weil es sich um wirtschaftliches Eigenkapital handele, hätten es die Unternehmen zudem einfacher, bei ihren Hausbanken neue Kredite zu beantragen, argumentieren Herdt und Hübner. Der Fonds solle über eine Bürgschaft des Landes abgesichert und bei der Investitionsbank (IB) angesiedelt werden.

Die Wirtschaftsexperten sind auch dafür, den von der hiesigen Bürgschaftsbank (BB) und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBG) gemachten Vorschlag eines "Sachsen-Anhalt-Kredits" erneut zu prüfen.

Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) hatte diesem Instrument mit dem Hinweis auf das Ergebnis eines Gesprächs mit Vertretern der Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken und Kammern in Magdeburg keine Aussicht auf Erfolg bescheinigt.

Der Managerkreis ist jedoch der Ansicht, dass mit einem solchen Kredit die Chance bestehen könnte, "mittelfristig ein Instrument zu schaffen, mit dem zu einem günstigen Zinssatz gezielte Investitionen auf Seiten der Unternehmen unterstützt werden können".

Zur finanziellen Sicherung der Firmen und als Mittler zwischen Betrieben und Kreditgebern regen Herdt und Hübner mit Blick auf Thüringen die Stelle eines "Kreditmediators" an.

Der Managerkreis Ost war 2001 ins Leben gerufen worden und versteht sich als Plattform für Informationen und Kommunikation zwischen Wirtschaft und Politik..