Auf der Grünen Woche macht das Land Sachsen-Anhalt nicht nur Appetit auf Speisen und Getränke. Es präsentiert sich auch als Reiseland, in dem Naturfreunde tief durchatmen und Radfahrer in die Pedale treten können. Liebhaber von Kunstschätzen und Industrie-Denkmalen kommen ebenfalls auf ihre Kosten.

Berlin. Corinna Filipski von der Wernigerode tourismus GmbH empfiehlt Kurzentschlossenen die Schierker Wintersportwochen. "Gemeinsam mit den Hoteliers wird da unheimlich viel auf die Beine gestellt", sagt sie am Harz-Messestand auf der Grünen Woche. Ab heute bis zum 19. Februar werden allerlei Aktivitäten im Natureisstadion und im Kurpark oder auch am Rodelhang geboten: Eisdisko und Skifasching, Eisstockschießen und Winterwanderungen, Rodelspaß mit Pferdeschlitten, Iglu-Feste und Flutlicht-Gaudi-Rodeln. Auch Fackelwanderungen mit anschließender Glühweinparty werden organisiert. Sowohl an Tagesausflügler als auch an Übernachtungsgäste richten sich die Angebote. Informationen gibt es bei der Tourist-Information Schierke, Telefon (03 94 55) 86 80 .

An Saale und Unstrut lockt vom 4. bis 11. Februar der Winterzauber Romanik. Besucher sind eingeladen zur Taschenlampenführung im Naumburger Dom, zum mittelalterlichen Winterabend auf der Rudelsburg, zur Romanikwanderung in Bad Kösen oder zur Entdeckung verlorener Schätze in Weißenfels.

Ab dem Frühjahr lohnt es sich wieder, die Gärten zu erkunden. Der Landkreis Harz lädt zum Beispiel in die Schlossgärten nach Blankenburg und Wernigerode ein sowie in den Klostergarten Drübeck oder auch in den Abteigarten und den Brühlpark Quedlinburg.

Industriegeschichtlich interessierte Touristen können auf Europäischen Routen der Industriekultur wandeln. Sie können zum Beispiel auf die süße Tour gehen und in der Magdeburger Börde auf der Zucker- und Rübenroute wandeln. Das Herzstück ist Klein Wanzleben, wo 1838 die erste Zuckerfabrik errichtet worden war, die Rübensaatzucht zu Hause ist und heute eine hochmoderne Zuckerfabrik steht (www.elbe-boerde-heide.de).

Auf der Glück-auf-Tour geht es um den Kohle-, Salz- und Kupfer-Abbau in Sachsen-Anhalt. Anlaufpunkte sind zum Beispiel die älteste erhaltene Brikettfabrik der Welt in Zeitz oder die "Stadt aus Eisen" Ferropolis mit ihren fünf riesigen Braunkohlebaggern. In ein Kupferabbaufeld aus dem 19. Jahrhundert gelangen Besucher über das älteste Schachtfördergerüst Europas im Röhrigschacht in Wettelrode bei Sangerhausen und mit der Grubenbahn.

Wirtschaftsstaatssekretär Detlef Schubert hat am Donnerstag die Grüne Woche besucht, um sich über die Vernetzung von Tourismus und Ernährungswirtschaft sowie über die Umsetzung der aktuellen Reisethemen zu informieren. Dazu gehören Angebote für Aktiv- und Natururlauber, die 2011 unter dem Motto "Naturfreude – Durchatmen in Sachsen-Anhalt" Schwerpunkte des Tourismusmarketings sind.

Für Kulturinteressierte findet sich die Landesausstellung "Der Naumburger Meister – Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen" in Naumburg auf der Empfehlungsliste. Die Ausstellung vom 29. Juni bis 2. November steht unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Vor der Eröffnung wird im Frühsommer der wiederhergestellte Naumburger Domgarten eröffnet. Dieses kleine Paradies ist dann neuer Bestandteil der Gartenträume-Route, die zu 43 Parks und Gärten in Sachsen-Anhalt führt.

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