Die Neuerungen

Windows 8.1 für Tisch-Computer bekommt am 8. April ein kostenloses Update. Die Maus- und Tastaturbedienung und der Zugriff auf Apps vom herkömmlichen Desktop aus werden verbessert.

Windows Phone 8.1 für Handys erscheint bis zum Sommer als kostenloses Update. Apps lassen sich besser individualisieren, eine neue Benachrichtigungsleiste und ein Sprachassistent ("Cortana") halten Einzug.

Nokia bringt noch im Frühjahr drei neue Handys mit dem "8.1"-Betriebssystem. Ein Spitzengerät Lumina 930 mit iPhone-Metall-Optik, 5-Zoll-Bildschirm und 20-Megapixel-Kamera soll 600 Dollar kosten. Die Einsteigergeräte Lumina 630 und 635 zwischen 160 und 190 Dollar.

Programmierer können zukünftig für 8.1 Apps entwickeln, die auf dem Computer, Tablets, Smartphones und der Spielkonsole Xbox One laufen. Microsoft will Windows für Geräte mit Bildschirmgröße unter neun Zoll kostenlos verteilen.

San Francisco (dpa/os) l Auf der Entwickler-Konferenz Build in San Francisco gab Microsoft am Mittwoch Abend einen ganzen Reigen von Neuerungen bekannt. So spendiert der Konzern seinem Betriebssystem Windows mit einem Update zahlreiche neue Funktionen und will die Bedienung auch auf Rechnern mit Displays ohne Touch-Funktion deutlich vereinfachen.

Ab einem der nächsten Updates für Windows 8.1 lassen sich Programme wieder direkt vom Start-Button aus aufrufen. Die neueren Kacheln lassen sich in das neue Startmenü einbauen. Überdies können für Touchscreens geschriebene Apps auf dem Desktop dann in einem Fenster laufen. Den genauen Zeitpunkt für dieses größere Update nannte Microsoft noch nicht. Experten rechnen damit spätestens im Frühjahr 2015.

Bereits in der kommenden Woche am 8. April werde das erste Update für Windows 8.1 die Arbeit mit Maus und Tastatur erleichtern. Es markiert den Beginn der Rolle rückwärts im Umgang mit dem Start-Menü. Neuere Apps werden sich in der klassischen Desktop-Ansicht dann ähnlich wie althergebrachte Windows-Programme verhalten. Sie finden sich in der Taskleiste wieder und lassen sich auch an sie anheften.

Bislang wechseln Windows 8 und 8.1 je nach Programm zwischen der traditionellen Desktop- und der neueren Kachelansicht. Microsoft hatte viele Windows-Nutzer mit den verschiedenen Oberflächen verwirrt.

In der Hoffnung, zu den Platzhirschen Apple und Google aufzuschließen, verschenkt Microsoft seine Windows-Software an Smartphone- und Tablet-Hersteller. Wer Geräte mit einer Bildschirmdiagonale unter 9 Zoll baut, erhalte Windows und Windows Phone kostenlos, wurde angekündigt.

"Siri" heißt bei Microsoft "Cortana"

Bei seinem Windows Phone kontert Microsoft zweieinhalb Jahre nach der Vorstellung von Apples "Siri" mit der Sprach- assistentin "Cortana". Die Helfer-Stimme kommt mit Windows Phone 8.1 aufs Handy. Allerdings handelt es sich bei der redseligen Computerstimme noch um eine Beta-Version für die USA. Noch in diesem Jahr soll es Cortana auch in Großbritannien und China geben. Weitere Länder folgen laut Microsoft im kommenden Jahr. Ob Deutschland darunter sein wird, blieb offen.

Cortana greift auf die Ergebnisse von Microsofts Suchmaschine Bing zurück. Darüber hinaus kann sie in den Terminkalender oder auch in die E-Mails auf dem Smartphone schauen. "Cortana" soll zukünftig auch mit Apps anderer Anbieter zusammenarbeiten können.

Weitere Neuheiten im kommenden Windows Phone 8.1 sind erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten der Kacheln, des Start- und des Sperrbildschirms. Zudem führt Microsoft das Action Center ein, mit dem sich die wichtigsten Einstellungen wie WLAN an einem Ort abfragen und ändern lassen können.

Viele der Funktionen finden sich bereits seit längerem in Apples iPhone oder Googles Betriebssystem Android, das den Markt dominiert. Windows Phone 8.1 soll helfen, den Abstand zu verringern. Die ersten neuen Smartphones mit der Software werden Ende April oder Anfang Mai erscheinen. Bestehende Smartphones bekommen das neue System als Update bis zum Sommer.

"Wir werden mobile Geräte quer durch alle Preiskategorien sehen", versprach der neue Microsoft-Chef Satya Nadella den rund 4000 Entwicklern im prallvollen Saal in San Francisco. Nadella hatte im Februar 2014 die Nachfolge von Steve Ballmer als CEO des Computer-Konzerns angetreten. Der lässige T-Shirt-Auftritt des in Indien geborenen US-Informatikers erinnerte stark an Unternehmenspräsentationen des 2011 verstorbenen Apple-Gurus Steve Jobs.

Für Nadella sind die am Mittwoch angekündigten Erneuerungen nur Zwischenschritte. Er will "die breiteste Plattform" für Geräte überhaupt erschaffen, sagte er. PCs, Smartphones, Tablets, ja sogar die Spielekonsole Xbox - auf allen Apparaten sollen die gleichen Apps laufen und alle sollen über die Clouddienste von Microsoft untereinander problemlos Daten austauschen können.

Auf der Bühne im Moscone Center in San Francisco war diese Vision schon Realität. Nadella ließ vor dem Publikum keinen Zweifel daran aufkommen, dass Microsoft auch in der neuen Welt der mobilen Geräte und Cloud-Services erfolgreich sein wird. Meinung

Bilder