Gütersloh (dpa) l Gemeinsames Lernen von Behinderten und Nichtbehinderten in der Berufsausbildung spielt in der deutschen Wirtschaft kaum eine Rolle. Von jährlich 50.000 Schulabgängern mit speziellem Förderbedarf finden nach einer repräsentativen Studie der Bertelsmann-Stiftung nur rund 3500 einen Ausbildungsplatz.

Während die Inklusion in der Schulpolitik ein zentrales Thema ist, finde sie in der Berufsausbildung kaum statt, beklagt die Stiftung in der am Dienstag vorgestellten Untersuchung. Inklusion ist das von einer UN-Konvention verlangte gemeinsame Lernen von Behinderten und Nichtbehinderten. Als Gründe zeigt die Studie ein zu starres Ausbildungssystem auf. Außerdem belege die Befragung bei über 1000 Betrieben zwar eine Offenheit für Inklusion, aber auch ein großes Informationsdefizit, unter anderen zu Fördermöglichkeiten.

Nur etwa jedes vierte Unternehmen, das ausbilden darf, hat Erfahrungen mit Jugendlichen mit Behinderung gemacht. Die Hälfte von ihnen bewertet diese als positiv. Gut acht Prozent beklagten negative Erfahrungen. Über 47 Prozent sehen die Entscheidung für eine Ausbildung von Jugendlichen mit Behinderung aber als überwiegend positiv.