Schokoladenhersteller Wergona
Die in Magdeburg geborene Unternehmerin Monika Cersovsky gründet 2002 die Wergona Schokoladen GmbH. Anfänglich wird mit den Anlagen des insolventen Unternehmens Friedel produziert. 40 Mitarbeiter stellen 2000 Tonnen Schokoladenprodukte her.
2004 geht auf über 22000 Quadratmetern eine der weltweit größten Schokoladenfabriken im Wernigeröder Industriepark in Betrieb. 60 Millionen Euro wurden investiert.
13000 Tonnen Schokolade wird jährlich für verschiedene Handelsmarken produziert, darunter 40 Millionen Ostereier, 27 Millionen Osterhasen sowie 27 Millionen Weihnachtsmänner. In 52 Länder der Welt wird exportiert. (ba)

Wernigerode l Favorina. So heißen die Schokoladeneier, die gerade in ihren Förmchen über die Fließbänder in der großen Produktionshalle von Wergona im Wernigeröder Industriepark rattern. 1,5 Millionen Stück stellt der Schokoladenproduzent derzeit täglich her. Favorina ist eine Eigenmarke des Discounters Lidl. Für nahezu alle deutschen Supermarktketten produziert Wergona die Eigenmarken für Schokoladenspezialitäten.

Der Umsatz ist in den vergangenen Jahren bis auf 80 Millionen Euro im Jahr gewachsen. Doch das Geschäft wird zunehmend schwieriger, erläutert Geschäftsführer Rüdiger Bonner. "Wir sind starken Preisschwankungen bei den Rohstoffen ausgesetzt. Insbesondere Kakao und Haselnüsse sind in den vergangenen Monaten sehr teuer geworden. Der Markt ist knallhart. Wir können nie unsere kalkulierten Preise durchsetzen", so der 51-Jährige, der den Standort in Wernigerode aufgebaut hat.

Wergona gehört zur mittelständischen Rübezahl Schokoladen GmbH mit Sitz in Dettingen/Teck bei Stuttgart. Dort hat die Familie Cersovsky das Sagen. Die Unternehmerin Monika Cersovsky sah 2002 in Wernigerode die Möglichkeit Schokolade zu produzieren. Damals stand die Schokoladenherstellung im Harz auf der Kippe. Denn bei Argenta, das seit Jahrzehnten die Spezialitäten "Brockensplitter" und "Harzer Tröpfchen" herstellte, stand die Produktion still. Der Besitzer, die Stuttgarter Friedel Süßwarenfabrik, hatte Insolvenz angemeldet. Monika Cersovsky, gebürtig aus Magdeburg, sah in den Anlagen Potential und kaufte.

Mittlerweile ist aus der kleinen Wergona Schokoladenfabrik ein großes Werk geworden (siehe Infokasten). Investiert wird noch immer. Aber in Maßen. Im vergangenen Jahr wurde eine neue Produktionslinie für Schoko-Gelee-Bananen errichtet. "Wir sind sehr gut aufgestellt und wollen weiter wachsen", sagt Bonner.

Wergona-Schokolade gibt es in 52 Ländern weltweit

Bis zu 500 Mitarbeiter arbeiten in Spitzenzeiten im Werk von Wergona. 280 feste Angestellte hat das Unternehmen. In den Monaten vor Ostern und Weihnachten wird - je nach Bedarf - mit Saisonkräften aufgestockt. Bereits seit November wird für das Ostergeschäft produziert. 27 Millionen Hasen und 40 Millionen Ostereier werden insgesamt ausgeliefert.

"Wir sind unserer Zeit voraus", sagt Ralf Grumbach, der seit zehn Jahren als Mitarbeiter der Produktionsleitung im Werk arbeitet. "Wenn Ostern ist, fangen wir schon an für Weihnachten zu produzieren", erklärt der 46-Jährige. 13000 Tonnen Schokolade werden pro Jahr bei Wergona verarbeitet. In 52 Länder weltweit exportiert das Unternehmen seine Produkte. Mehr als ein Drittel der Waren werden ins Ausland verkauft. "Deutsche Schokolade ist gefragt", sagt Geschäftsführer Bonner. Wergona-Schokolade gibt es überall auf der Welt. "Wir wachsen mit unseren Handelskunden, die im Ausland versuchen, die Produkte zu vermarkten, die sie auch in Deutschland verkaufen", so Bonner.

Naschen ist im Wernigeröder Schokoladenwerk erlaubt. Wenn Bonner zugreift, nennt er das Qualitätskontrolle. "Ich verkoste immer wieder. Schokolade macht nicht dick, Schokolade macht nur glücklich", sagt er und lacht.

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