Zwischen Burg und Nie-gripp hat jetzt auf einer Länge von 750 Metern die Sanierung des Niegripper Altkanals begonnen. Rund 12 000 Kubikmeter Schlamm werden in dem ersten Bauabschnitt mit Spezialtechnik aus dem Gewässer gehievt. Auch die Dammschüttung wird zurückgebaut.

Burg l Ohne Mühe fressen sich die Baggerschaufeln vom Schiff aus in den Grund des Altkanals; der Schlamm hat sich im Laufe der Zeit schon etwa bis zu 1,50 Meter unter der Wasseroberfläche aufgetürmt. Etwa 12 000 Kubikmeter dieses Schlamms werden nun in dem ersten Bauabschnitt - vom Elbe-Havel-Kanal Richtung Niegripp bis vor TuS Empor - aus dem Wasser geholt. "Die Arbeiten sind aus ökologischen Gründen dringend notwendig, um die Wasserqualität zu verbessern. Und mit dem Rückbau des Dammes ist auch wieder ein Wasseraustausch gewährleistet, der Jahrzehnte unterbrochen war", erläutert Konrad Spiegler vom gleichnamigen Burger Planungsbüro, das das Sanierungskonzept erarbeitet hat und nun die Arbeiten mit begleitet. Insgesamt fallen mit dem folgenden zweiten Bauabschnitt dann 49 600 Kubikmeter Nassschlamm an, die von einem zertifizierten Unternehmen behandelt und entsorgt werden.

Diese gewaltige Masse kommt zusammen, weil westlich der Dammschüttung mittlerweile eine Schlammstärke von bis zu zwei Metern erreicht ist. In den übrigen Bereichen schwankt die Dicke zwischen 60 und 80 Zentimetern.

Der Faulschlamm hat sich in den zurückliegenden Jahren nach und nach aufgebaut, weil der Altkanal mit Fertigstellung des Elbe-Havel-Kanals, Mittellandkanals und Niegripper Schleuse (1938) für die Schifffahrt zunehmend an Bedeutung verlor. Mit dem Kiesabbau im Niegripper See wurden ab 1954 Teile des Altkanals stark frequentiert - was aber dazu führte, dass das so genannte Trapezprofil zu einem flachen Muldenprofil zusammenrutschte. Gleichzeitig wurden Unterhaltungsarbeiten nur noch spärlich durchgeführt.

Einst ein wichtiger Abschnitt für Wirtschaft

Und mit dem Durchstich des Niegripper Sees zum Elbe-Havel-Kanal im Jahr 1976 und dem Bau der Dammschüttung 1977/78 wurde das Gewässer nur noch von Sportbooten genutzt.

Dabei war die Wasserstraße einst für den Gütertransport enorm wichtig. Um 1912 wurden beispielsweise um die 55 000 Tonnen pro Jahr transportiert, was letztlich zu Schäden am Kanal führte.

Heute hat der Abschnitt eine große Bedeutung als Biotop für eine seltene Tier- und Pflanzenwelt, betont Bernd Wolff, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes Ehle/Ihle, der für das Gesamtvorhaben verantwortlich zeichnet. Er ist froh, dass die Arbeiten vollständig gefördert werden - über den Fonds agrarstrukturelle Entwicklungsförderung und Küstenschutz der Europäischen Union (EU). Ein großes Schild an der Landstraße zwischen Burg und Niegripp verweist übrigens auf das Großprojekt.

Die Stadt Burg hatte sich seit 2011 bemüht, die Entschlammung auf den Weg zu bringen. "Wir haben im Land viele und intensive Gespräche geführt und sind dankbar, dass nun der Anfang gemacht ist. Jetzt kommt es darauf an, dass in den Jahren 2014/15 die Entschlammung fortgesetzt werden kann."

Ursprünglich war schon vor drei Jahren geplant, den Kanal mit dem so genannten Strafgeld in Höhe von einer Million für die nicht errichtete Marina am Niegripper See zu sanieren. Dieser Plan schlug allerdings fehl, weil die Kommunalaufsicht des Landkreises intervenierte. Der Grund: Da der Haushalt der Stadt einen Fehlbetrag aufwies, musste das Geld in den Etat mit verbucht und durfte für keinerlei andere Zwecke eingesetzt werden (Volksstimme berichtete). Das sorgte für seinerzeit für Diskussionen.

Anschließend wurde versucht, Mittel über die Wasserrahmenrichtlinie freizuschaufeln, erinnert Rehbaum.

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