Bewährtes und Neues will der Burger Freundeskreis "Dr. Heinz Meynhardt" auch 2014 anbieten. Neben der weiteren Erforschung von Leben und Wirken des bedeutenden Burger Verhaltensforschers geht es den Meynhardt-Freunden um die Umweltbildung des Nachwuchses.

Burg l Wie jeder Verein zum Jahresanfang setzte sich auch der Freundeskreis "Dr. Heinz Meynhardt" im Januar zusammen, um über das zu sprechen, was für das angelaufene Jahr im Programm stehen sollte. Dabei muss beachtet werden, dass sich der Freundeskreis in zwei Arbeitsgruppen aufteilt. Dr. Ulrich Weber, Dr. Reiner Buchheim und Hans-Jürgen Rusczyk haben sich als eine Gruppe das Ziel gesetzt, vorrangig das Leben und Wirken des Burger Wildschweinforschers der Nachwelt in Erinnerung zu halten, erklärt Rusczyk. Die zweite Gruppe mit Hubertus Ostermann, Lutz Gotzel und Andreas Fritsche organisiert Vorträge zur Umweltbildung für Kinder und Schüler, aber auch für erwachsene Leute, wie zum Beispiel Senioren. Im Angebot sind Vorträge, aber auch Exkursionen zum Rehwild-Gatter in Gerwisch. Das eingezäunte Gelände gehört Hubertus Ostermann, der in Gerwisch eine Jagdschule betreibt. Ein weiteres Angebot sind Vorträge des Tierfotografen Axel Fritsche (2. Lokalseite).

Weiterhin gibt es Exkursionen durch das Naturschutzgebiet Bürgerholz. Warum dort, kann Hubertus Ostermann erläutern, der dort eine Waldfläche gepachtet hat. "Ich unterhalte am Brehm gleichfalls ein Wildgatter. Aber nicht nur das zeige ich Interessenten und informiere über Rotwild, sondern bringe im gleichen Zuge den Besuchern Sinn und Zweck des Naturschutzgebietes näher", erklärt Ostermann, davon überzeugt, im Geiste von Heinz Meynhardt zu handeln.

Für 2014 wird eine Form der Exkursion vorbereitet, die vermutlich ein "Renner" des Freundeskreises werden könnte. Es ist geplant, einen Kurs rund um das Naturschutzgebiet ins Leben zu rufen. Hubertus Ostermann: "Natürlich kann es nicht quer durch das geschützte Gebiet gehen. Wir müssen uns genau überlegen, welche Fahrroute wir nehmen, um möglichst naturnah, aufklärend und unvergesslich den Besuchern das Schutzgebiet zu zeigen." Tatsächlich soll gefahren werden. Umweltgerecht und gemächlich. Als Partner hat der Meynhardt-Freundeskreis das Kutsch- und Kremserunternehmen Runte aus Lostau gefunden. Es würde Pferd und Kutsche für den Rundkurs zur Verfügung stellen. Die Offerte wurde sofort vom Volkssolidaritäts-Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land erfreut zu Kenntnis genommen. Die Halbtagesfahrten würde er künftig für seine rund 2300 Mitglieder in das jährliche Reise- und Ausflugsprogramm aufnehmen, ließ er den Freundeskreis wissen. Auch die Urania in Magdeburg habe signalisiert, ebenfalls das Angebot für Naturliebhaber in die Liste aufzunehmen.

Wer sich vorab ein Bild vom Ostermann-Gatter im Brehm machen will, sollte sich den 26. Februar vormerken. An dem Tag wird der MDR ab 20.45 Uhr einen Film über Rotwild ausstrahlen, vornehmlich aus dem Burger Ostermann-Gatter. "Mit Simank-Film aus Bautzen verbinden uns schon seit einiger Zeit gute Beziehungen. Die Firma wählte für ihre aktuelle Filmproduktion mein Gehege aus, da es Zeit sparend ist, dort Rotwild zu filmen. Erfahrungsgemäß klappt es in der freien Wildbahn selten, auf Anhieb Tiere vor die Kamera zu bekommen", begründet Hubertus Ostermann die Reise der Bautzener nach Burg.

Der Arbeitsgruppe um Dr. Weber, Dr. Buchheim und Rusczyk geht es unter anderem auch um Filme. "Wir haben anhaltendes Interesse, sämtliche 64 Filme, die Meynhardt hergestellt hat oder an denen er beteiligt war, in unseren Bestand zu bekommen. Bis jetzt verfügen wir nicht ganz über die Hälfte. Anlaufpunkt, um unseren Bestand auffüllen zu können, ist das sächsische Staatsarchiv in Dresden", sagt Dr. Weber. Hintergrund ist, dass das Archiv den kompletten Nachlass übereignet bekam. Nach einigen Kontakten mit Dresden muss Weber einräumen, dass das Filmmaterial nicht nach Burg verlagert werden kann. "Das Material muss rechtlich im Besitz des dortigen Archivs bleiben, wurde erklärt. Man hat mir aber versichert, dass bei Bedarf Filme nach Burg ausgeliehen werden könnten", so Weber.