Mit einer ersten Auswilderung zweier Störche und einer vorgezogenen TV-Premiere meldet sich der Loburger Storchenhof zurück in die neue Adebar-Saison.

Loburg l Gut 100 Besucher wohnten am Freitagabend der Voraufführung eines MDR-Vierteilers bei, der erst im Herbst über die Fernsehbildschirme flackern wird. In der Aula der Sekundarschule Loburg hatten die Filmemacher zu einer Voraufführung des 100-Minuten-Beitrages eingeladen. Er wird in vier Teilen im September zu sehen sein.

Aufruf zu mehr Verantwortung

Ein halbes Jahr - von Februar 2013 bis in September - hatte das "Werkblende"-Fernsehteam um Antje Schneider die Storchenhof-Leute begleitet. Bei Auswilderungen, beim Einsammeln verletzter Adebare, beim Ausbrüten verwaister Gelege und beim Abschiednehmen von Adebaren, die es nicht geschafft hatten, waren die Fernsehleute dabei. Herausgekommen ist ein unterhaltsames, nachdenklich stimmendes und lehrreiches Filmstück.

Storchenvater Dr. Christoph Kaatz zeigte sich nach dem Beitrag beeindruckt. Er nutzte die Gelegenheit auch für einen Appell: "Wir müssen wieder mehr auf unsere Natur achten. Im vergangenen Jahr hat sich Schlimmes um Loburg herum getan. Hunderte Hektar ehemaligen Brachlands sind umgebrochen und zu Ackerland gemacht worden. Damit gehen unseren Störchen wertvolle Nahrungsangebote verloren."

Stattdessen würden in der Region "Mais- und Rapswüsten" entstehen, auf denen die Wildvögel kaum Nahrung für den Nachwuchs finden könnten. Ähnlich kritisierte Kaatz die Vorhaben, in der Region Windkraftanlagen aufzubauen.

Bereits am Nachmittag war in der Nähe von Loburg die erste Auswilderung von zwei Störchen erfolgt, die den Winter in der Obhut der Tierschützer verbracht hatten. Ein verhaltensgestörter Adebar, der vor einem Geschäft in Burg aufgegriffen worden war, und ein am Brustkorb verletzter Storch konnten erfolgreich wieder in die Freiheit entlassen werden. Die beiden Jungstörche, die in diesem Alter mit Familienplaung noch nichts am Hut haben, hatten sich in ihrer vorübergehenden Gefangenschaft in Loburg zusammengetan und könnten den kommenden Sommer möglicherweise gemeinsam in der Region verbringen. Ihnen wurden von spendenfreudigen Storchenpaten die Namen "Rüdiger" und "Armin" gegeben.

Patenschaften übernommen

Ebenfalls erstmalig in diesem Jahr erfolgte auch die Übernahme einer Doppelpatenschaft für zwei Loburger Senderstörche. Der SPD-Kandidat für das Amt des Landrates im Jerichower Land, Steffen Burchardt, übernahm die Ein-Jahres-Patenschaft für die Störche "Magnus" und "Agatha".

Dazu erklärte Dr. Michael Kaatz, Geschäftsführer der Vogelschutzwarte: "Jeder kann unsere Arbeit unterstützen, indem er eine Patenschaft übernimmt. Für einen `normalen` Storch fallen für ein Jahr 50 Euro an. Für einen Storch, der mit einem Datensender ausgestattet ist, sind es 100 Euro. Wer die Patenschaft für ein Senderpärchen übernehmen will, wird um 150 Euro gebeten."

Schon früh im Jahr sind die ersten Störche wieder in unserer Region gelandet. Gut die Hälfte aller Störche sind schon wieder da, schätzt man in der Loburger Vogelschutzwarte. In Loburg gibt es schon jetzt mindestens drei brütende Storchenpärchen, in zahlreichen Horsten der Einheitsgemeinde Möckern ist mindestens ein Adebar schon gesichtet worden.

In einigen Fällen könnte es sich dabei aber auch um sogenannte "Durchzieher" handeln, schließt Dr. Christoph Kaatz nicht aus.

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