Einen Eindruck von den Gefahren von Drogen und Rauschmitteln gaben bei einer Informationsveranstaltung Polizeioberkommissar Thomas Kriebitzsch und Familienrichter Thomas Krille.

Möser l Der Elternrat der Möseraner Sekundarschule hatte zu der Veranstaltung eingeladen. Das Interesse war enorm. Mehr als 40 Eltern und Schüler zwängten sich in den Klassenraum.

Die wichtigste Erkenntnis schockt: Die synthetische Droge Crystal Meth, die aus Tschechien zu uns drängt, ist ein Teufelszeug. Der Polizeiexperte Kriebitzsch sagt, die erste Einnahme mache bereits abhängig. Die Sucht zerstöre irreparabel die Gehirnzellen, die Zähne zerbröselten. Die Abhängigen bekämen ihr Leben nicht mehr auf die Reihe. "Am Ende steht der Tod."

Der Zerbster Richter Thomas Krille beleuchtet die rechtliche Seite. Beim Umgang mit Drogen ist lediglich ihr Konsum nicht strafbar. "Raucht jemand einen Joint, der von einer anderen Person gehalten wird, macht sich diese Person strafbar." Jedoch zielt das Strafrecht bei Jugendlichen bis zum Alter von 21 Jahren eher auf die Erziehung, auf die Erkenntnis, einen Fehler gemacht zu haben. Schon der erste Kontakt mit Polizei und Staatsanwaltschaft sei oft heilend.

Den Eltern kommt bei dieser Problematik eine ganz besondere Bedeutung bei. Sie würden meist zuerst am gewandelten Verhalten ihrer Kinder (Aufgedrehtheit, Nervosität, reduzierte Pupillenaktivität bei Lichteinfall, Gangunsicherheit, Störung des Zeitgefühls und des Kurzzeitgedächtnisses) den Drogenkonsum erkennen. Krille rät den Eltern, nicht überzureagieren. Meist lässt sich alles mit Hilfe von Experten und Beratern regeln. Nur nicht bei Crystal.

Der Burger Polizeioberkommissar Kriebitzsch nennt Zahlen aus dem Jerichower Land. 2010 wurden 148 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt. 2013 waren es knapp 200. Die Polizei verstärke die Kontrollen.

Die Sekundarschule Möser ist nicht auffälliger als jede andere Schule. Aber, so der Richter, man solle davon ausgehen, dass es in jeder Schule "Stoff" gibt.