80 Kunstwerke von Gefangenen aus ganz Sachsen-Anhalt werden im Juli bei einer Vernissage in der Burger Justizvollzugsanstalt präsentiert. Der Arbeitskreis "Resozialisierung und Kriminalprävention" will die Bevölkerung weiter sensibilisieren.

Burg l Im Büro von Sarah Lehmann beim Diakonischen Werk in Burg hängt der Beweis, dass auch Gefangene künstlerisches Talent besitzen können. An der Wand hängt ein Kalender mit Bildern von Häftlingen aus den vergangenen Jahren. "Es war eine Aufgabe in meinem Praktikum", sagt Lehmann. Ähnliche Bilder können in Originalgröße schon bald in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Burg bewundert werden.

Bereits zum 16. Mal hat der Landesverband für Straffälligen- und Bewährungshilfe Sachsen-Anhalt alle Gefangene im Land aufgerufen, mit ihren Kunstwerken an einem Malwettbewerb teilzunehmen und sich einer fachkundigen Jury zu stellen, welche die drei besten Kunstwerke auszeichnet und mit Geldpreisen belohnt. 80 Kunstwerke sind eingereicht worden. Für den 15. Juli um 18 Uhr organisiert der Arbeitskreis "Resozialisierung und Kriminalprävention" (siehe Infokasten) die öffentliche Vernissage in der JVA Burg, Madel 100. Aus organisatorischen Gründen ist für diese Veranstaltung eine vorherige Anmeldung notwendig (Unter: lehmann@diakonie.jerichowerland.de).

Des Weiteren veranstaltet der Arbeitskreis am 17. Juni um 17 Uhr im Gemeindehaus, Grünstraße 2, in Burg eine öffentliche Diskussions- und Fragerunde. "Mitarbeiter der JVA werden dann über den Alltag eines Gefangenen und ihrer Arbeit berichten, und sich natürlich den Fragen stellen", erklärt Sarah Lehmann.

Es ist der zweite Anlauf des Arbeitskreises, eine Veranstaltungsreihe zu organisieren. "Beim ersten Mal mussten wir eine Veranstaltung ausfallen lassen und drei weitere absagen, weil es an Interesse mangelte", erzählt Lehmann. Über die Gründe kann sie nur Vermutungen anstellen. "Vielleicht war der Weg zur JVA zu weit oder man wollte sich nach der Arbeit nicht noch einmal aufraffen", sagt sie. Darum versucht man die Veranstaltungen zwischen der Justizvollzugsanstalt und dem Gemeindehaus aufzuteilen. "Es soll ein Neubeginn werden", ist Lehmann vollen Mutes. Es sollen keine fachlichen Veranstaltungen werden, sondern die Bürger, die mit der JVA leben müssen, sollen mit Verantwortlichen auch ins Gespräch kommen. "Eine Integration von ehemaligen Straffälligen kann nur funktionieren, wenn es die Gesellschaft auch akzeptiert", macht die Mitarbeiterin des Diakonischen Werkes deutlich.