Büden l Ihre vorzügliche Eignung als Ausstellungsraum hatte das ehemalige Gotteshaus bereits vor einem Jahr bei der Ausstellung von Werken des Büdener Künstlers Markus Iser unter Beweis gestellt. Bei der zweiten Ausgabe des Büdener Kultursommers legten nun zwei junge Frauen nach - eine davon - Johanna Zierau - stammt ebenfalls aus dem kleinen Ort.

Johanna Zierau und Anna Heyde lernen Kunst von der Pieke auf - an der Bauhaus-Universität Weimar. In der Ausstellung "Mindestens haltbar bis ..." zeigen die beiden ein breites Spektrum von Arbeiten, die in den vergangenen vier Jahren Studium entstanden sind. Der Titel der Ausstellung lässt sich daher vielfach interpretieren: Hält die Kunst nur, bis neue Stilrichtungen, neue Ideen die Arbeit der zwei Künstlerinnen beeinflussen?

An den roten Backsteinwänden der Mauritius-Kirche hängen etwa die filigranen, großformatigen Zeichnungen mit selten gewordenen Wildtieren von Anna Heyde. Nahezu monochrom, nur durch die farbigen Passepartouts umrahmt, beeindrucken die Bilder. Zu sehen sind Schwarzstorch, Feldhase, Braunkehlchen. "Ich liebe die Natur und male sie liebsten", schwärmt Anna Heyde. Die flüchtigen Momente aus der Natur hält die 23-jährige Brandenburgerin mit der Kamera fest. Es folgt die zeitintensive Auseinandersetzung mit Papier und Tusche. Anna Heyde hat sich vor der Ausstellung mit der Tierwelt rund um den Ausstellungsort im Jerichower Land auseinandergesetzt und danach aus ihrem großen Fundus geeignete Bilder für die Bilderschau in Büden ausgesucht.

Auch ihre Mitstreiterin Johanna Zierau hat sich zuvor mit dem Ausstellungsort und seiner Geschichte auseinandergesetzt: In den teils abstrakten Grafiken und Malereien wird auch der einstige Brand in dem Gotteshaus aufgegriffen. Auch Experimenten aus der Studiumarbeit, wie etwa das Malen auf Strukturtapete, gibt Zierau in Büden Raum. "Wir malen auch schon mal mit Hautcreme und Roter Beete, aber das hält sich nicht lange", verrät die 22-Jährige, die nebenbei auch Lehramt studiert. Auf Titel an den Bildern verzichtet Johanna Zierau. Die Frage, `Was will der Künstler uns damit sagen`, hört nicht jeder Künstler wirklich gerne. Am Ausstellungstag standen beide Künstlerinnen natürlich dennoch den vielen Besuchern gerne zu Gesprächen bereit.

An die hundert Gäste aus der gesamten Umgebung waren bei der Vernissage dabei. Darunter auch Künstler aus der Region. Einen Wink mit dem Zaunpfahl hatte der Büdener Bernd Zierau in das Kunstgeschehen hineininstalliert. Während der Ausstellung tuckert eine kleine Lokomotive auf einem Querbalken über die Besucher hin und her. "Als Anspielung auf die Bahnlinie, derer auch Büden beraubt worden ist", lautete die Erklärung, die allgemein Zuspruch fand.

Musikalisch eingestimmt wurden die Ausstellungsgäste mit klassischer Musik von Kontrabass und Cello, dargebracht von Marianne Gäbler und Christoph Prüfer, beide Weimar.

Die Ausstellung ist jedoch nur noch bis zum 21. Juni zu sehen. Dann soll eine weitere Ausstellung folgen. Künstler ist dann Klaus Fezer aus Zerbst.