Zehn bunt zusammengewürfelte Mannschaften aus dem Jerichower Land haben am Sonnabend die Mini-WM in Burg ausgetragen. Gewonnen haben die Burger Kickers. Doch den Organisatoren ging es vor allem um Toleranz und ein friedliches Miteinander.

Burg l Einsatz, Tempo, schöne Tore - die zehn Mannschaften aus dem Jerichower Land zeigten bei der Mini-WM auf dem Sportplatz an der Koloniestraße engagierte Leistungen. Am Ende siegten die Burger Kickers in einem umkämpften Finale gegen die Fruchtbomber Schermen mit 4:3 im Neunmeterschießen. Der Pokal bleibt also in der Kreisstadt, doch mehr Bewusstsein für Toleranz und Demokratie haben alle mitgenommen - und das war das Ziel der Organisatoren. "Tolles Wetter, tolle Stimmung, tolles Turnier", sagte Streetworker Wadim Butewitz.

Das Turnier, das in seiner dritten Auflage stattfand, sei schon fast zur Tradition geworden, so Bürgermeister Jörg Rehbaum. "Es ist der Jugendarbeit zu verdanken, dass die Gewalt unter Jugendlichen etwas zurückgegangen ist. Das ist eine tolle Leistung, die über das normale Maß hinausgeht", sagte Rehbaum. Dass sich Jugendliche mit unterschiedlichen Anschauungen auf dem Sportplatz kennenlernen, sei ein guter Weg. "Unser Ziel ist die gegenseitige Verständigung zwischen Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft, Status, Glaube und sexueller Orientierung durch Sport", betont Butewitz.

Neben dem rollenden Ball sollten sich die international besetzten Mannschaften, mit Spielern unter anderem aus Afghanistan, Albanien oder Westafrika, mit den Themen Demokratie und Toleranz intensiv auseinandersetzen. Verschiedene Basteleien von Collagen über Plakate bis hin zu einer Gipsfigur - da kannte die Kreativität keine Grenzen. "Es ist wichtig, dass die Jugendlichen nicht nur zum Fußballspielen kommen, sondern sich aktiv auch mit diesen Themen beschäftigen", betonte Schulsozialarbeiter Alexander Mittendorf. Seit 2012 gibt es diesen kreativen Wettbewerb für die 16- bis 23-Jährigen. "Demokratie geht uns alle etwas an" oder "Anfeuern und zujubeln, statt aufhetzen oder beschimpfen", stand als Grundgedanke auf den Plakaten. Die kreativste Arbeit wurde ebenfalls mit einem Pokal prämiert. Dabei hat sich dann letztendlich die Idee des Jugendclubs Parey durchgesetzt.

Außer von zahlreichen Sponsoren wurde das Turnier auch vom Lokalen Aktionsplan mit 2600 Euro gefördert. Eine Investition, die sinnvoll ist, so Jan Braune von der Integrationshilfe Sachsen-Anhalt. "Es gibt zahlreiche Projekte für Migranten, aber kaum welche, wo sie Kontakte zur Mehrheitsgesellschaft haben. Von daher ist dieses Fußballturnier wirklich integrativ." Für die Verständigung der Jugendlichen untereinander sei die Organisation einer solchen Veranstaltung sehr wichtig, betont Braune.

 

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